Koordinaten: 29° 16′ 27″ N, 30° 53′ 56″ O

Karte: Ägypten
marker
Hawara
Magnify-clip.png
Ägypten

Hawara (arabisch هوارة, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist der moderne Name einer altägyptischen Nekropole, die am Eingang zum Fayyum-Becken südöstlich von Medinet el-Fajum liegt.

Grabanlagen

König (Pharao) Amenemhet III. aus der 12. Dynastie (Mittleres Reich) errichtete hier seine zweite Pyramide, siehe Hawara-Pyramide. Verschiedene antike Schriftsteller (z. B. der Historiker Herodot, Strabon, Plinius der Ältere) beschrieben die Anlage, die durch den riesigen Totentempel als Labyrinth bekannt wurde. Der Tempel wurde allerdings wohl schon in römischer Zeit als Steinbruch benutzt, sodass es heute nicht mehr möglich ist, eine Vorstellung vom Aussehen der Anlage zu gewinnen.

Karte der Nekropole von Karl Richard Lepsius

Nördlich der Pyramide liegt ein ausgedehntes Gräberfeld. Hier sind die Beamten von Amenemhet III. begraben worden. In der Spätzeit fanden hier zahlreiche Bestattungen von Krokodilmumien statt, die das Gräberfeld schon damals stark zerstörten. Es gibt weitere Grabanlagen aus dem Neuen Reich und der Spätzeit, wobei der Friedhof aber besonders in griechisch-römischer Zeit wieder an Bedeutung gewann. Viele der sogenannten Mumienporträts stammen aus Hawara.

Erste Ausgrabungen fanden hier von Karl Richard Lepsius statt, später grub Flinders Petrie am selben Ort und entdeckte dabei viele Mumienporträts. Hawara ist auch der Fundort zahlreicher demotischer und griechischer Papyri.

Literatur

  • W. M. Flinders Petrie: Kahun, Gurob, and Hawara. Paul Kegan u. a.; London 1890; Onlineversion
  • Christian Hölzl: Hawara. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 365–66.
  • Hans Bonnet: Hawara. In: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 284.
  • Steve Pasek: Hawara. Eine ägyptische Siedlung in hellenistischer Zeit. 2 Bände (= Altertumswissenschaften / Archäologie Bd. 2). Frank & Timme, Berlin 2007, ISBN 978-3-86596-092-4 Google Books.

Weblinks

Die News der letzten Tage

17.05.2022
Sprache | Primaten
Schimpansen kombinieren Rufe zu einer Vielzahl von Lautsequenzen
Verglichen mit dem menschlichen Sprachgebrauch erscheint Tierkommunikation einfach, doch unklar blieb bisher, wie sich unsere Sprache aus einem so einfachen System entwickelt haben könnte.
12.05.2022
Genetik | Nach_der_Eiszeit | Wanderungen
Genetische Herkunft der ersten Bauern der Welt geklärt
Der genetische Ursprung der ersten Ackerbauern im Neolithikum schien lange Zeit im Nahen Osten zu liegen.
12.05.2022
Gehirn
Das bewusstlose Gehirn ist alles andere als stumm
Die Grosshirnrinde gilt als zentrale Hirnregion für bewusste Verarbeitung: Während einer Vollnarkose wird dieser Bereich jedoch nicht lahmgelegt.
12.05.2022
Genetik | Erdgeschichte
Der Ursprung des Lebens: Eine neue Weltsicht
Chemiker schlagen ein neues Konzept vor, eine Mischung aus RNA-Molekülen und Peptiden brachten die Evolution hin zu komplexeren Lebensformen in Gang.
10.05.2022
Aufrechter Gang | Gehirn | Australopithecus
Schwierige Geburt und kognitive Fähigkeiten des Menschen sind Folge des aufrechten Ganges
Beim Menschen ist die Geburt schwieriger und schmerzhafter als bei Menschenaffen: Lange nahm man an, dass dies auf das grosse Gehirn und die engen Verhältnisse im mütterlichen Becken zurückgeht.
05.05.2022
Sprache | Gehirn | Kultur
Wie unser Gehirn die Veränderung von Sprache beeinflusst
Unsere Sprache verändert sich ständig: Wissenschafter*innen haben herausgefunden, dass jene Lautmuster, die häufig in unserer Sprache vorkommen, über Jahrhunderte hinweg noch häufiger wurden.