Johnbod / CC BY-SA 3.0

Die Folkton-Trommeln (engl. Folkton drums) wurden 1889 von William Greenwell in einem ovalen Kindergrab auf der Folkton Wold, südlich von Folkton in East Yorkshire in England in einem spätneolithischen Rundhügel (Folkton Barrow) mit zwei Ringgräben gefunden. Die Sitte, Personen mit Grabbeigaben zu bestatten, ist auf den Britischen Inseln ab etwa 3000 v. Chr. nachgewiesen. Die so genannten Trommeln sind einzigartig geblieben und müssen etwas über den Status des Kindes aussagen. Die Markierungen von Augen, Augenbrauen und Nase weisen darauf hin, dass sie Idole sein können.

Die Folkton-Trommeln

Der Fund besteht aus drei kleinen Kreidetrommeln (in Form orientalischer Sitzkissen) mit Durchmessern von 14,6 sowie 12,7 und 10,2 cm und Höhen von 11,8 sowie 10,5 und 8,6 cm. Die Oberseite der Trommeln scheinen Deckel zu bilden. Die Seiten sind mit Linien und Winkeln dekoriert sowie mit Formen, die als menschliche Gesichter interpretiert werden. Die Technik stammt eventuell von Holzverzierungen, die nicht erhalten blieben. Sie erinnert an das von Tischlern verwendete Spanschnitzen.

Die Dekoration ist in Tafeln angeordnet. Stilisierte eulenartige menschliche Gesichter sind auf zweien der Trommeln zu erkennen. Die Bedeutung der Designs ist unbekannt, aber demjenigen ähnlich, das auf spätneolithischer Grooved Ware gefunden wird. Die geometrischen Muster erinnern auch an frühbronzezeitliche Goldplatten, die in derselben Weise geschmückt sind. Obwohl die Objekte in Yorkshire gefunden wurden, sind sie ein Beispiel für die Kunst des späten Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit, wie sie auch die Clandon-Barrow-Raute zeigt, vor allem aber in der mehrere hundert Meilen entfernten Wessex-Kultur anzutreffen ist.

Der Barrow war bei der Ausgrabung weniger als einen Meter hoch, aber er könnte an einem Knotenpunkt zweier Handelsstraßen gelegen haben.

Literatur

  • Ian Longworth: The Folkton Drums unpicked. In: Grooved Ware in Britain and Ireland (= Neolithic Studies Group Seminar Papers. Bd. 3). Oxbow Books, Oxford u. a. 1999, ISBN 1-900188-77-5, S. 83–88.
  • D. V. Clarke, Trevor G. Cowie, Andrew Foxon: Symbols of power at the time of Stonehenge. HMSO, Edinburgh 1985, ISBN 0-11-492455-4.

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