Die Chelan (gespr. scha-lan) zählen zu den als Native Americans bezeichneten Indianern im US-Bundesstaat Washington. Sie zählen zur Gruppe der Binnen-Salish und sprachen den Wenatchee-Dialekt.

Ursprünglich lebten sie östlich der Cascade Range, der Gebirgskette, die den regenreichen Westen und den trockenen Osten Washingtons voneinander trennt.

Geschichte

Anfang des 19. Jahrhunderts erwähnte der Pelzhändler Alexander Ross die Tsill-anes, die er zur Oakinacken nation rechnete. Sie trieben mit den Küsten-Salish Handel, mussten dazu aber zunächst den langen Chehalis-See überqueren, um dann nach Überquerung der Cascade Range einem gefährlichen Pfad entlang den Skagit River zu erreichen, der zum Puget Sound führte. Die mündliche Überlieferung weiß allerdings auch von weniger friedlichen Kontakten.

Am 14. November 1872 ereignete sich ein schweres Erdbeben, und die ersten katholischen Missionare nutzten die daraus resultierenden Ängste, um ihre Arbeit voranzutreiben. Der Chelan-Häuptling Nmosize (Innomoseecha Bill) wehrte sich jedoch dagegen und brannte die Missionsstation des Jesuiten Alexander Diomedi nieder. Dennoch erbauten die Chelan wenig später eine katholische Kirche namens Old Wapato Church am See, nahe dem heutigen Manson.[1]

1880 errichtete die amerikanische Armee einen Posten namens Camp Chelan am unteren Chelan Lake. Er diente der Überwachung des nordwärts bis zur kanadischen Grenze reichenden Reservats. Im Zuge des Vertrags mit Chief Moses nahmen auch einige Chelan ihren Wohnsitz am See. Doch 40 bis 50 Männer unter Führung von Long Jim weigerten sich, und es kam zu Auseinandersetzungen, bei denen drei seiner Männer im Gefängnis des Reservats inhaftiert wurden. Long Jim verlagerte den Kampf vor die Gerichte, doch unterlag er dort.

Die Chelan gehören zu einem der Stämme, die im Colville-Reservat aufgingen, den Confederated Tribes of the Colville Reservation.

Siehe auch

  • Geschichte der Küsten-Salish
  • Geschichte Washingtons
  • Indianerpolitik der Vereinigten Staaten

Literatur

  • Robert H. Ruby/John A. Brown, A Guide to the Indian Tribes of the Pacific Northwest, University of Oklahoma Press 1992, S. 17f.

Anmerkungen

  1. Eine Abbildung dieser Kirche findet sich hier. Die Aufnahme stammt etwa aus dem Jahr 1912.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.