Ceroklis ist ein lettischer Gott der Feldfrüchte.

Überlieferung

Ceroklis wird in einigen Texten des frühen 17. Jahrhunderts erwähnt und zwar unter den Namen Corakle, Cerroklis und Dewing Cereklicing. Er wird als Gott der Äcker und Feldfrüchte (deus agrorum frumentorumque) beschrieben, dem zu bestimmten Zeiten ein schwarzes Rind, ein schwarzes Huhn oder ein schwarzes Schwein sowie Bier geopfert wird. Nach einer anderen Quelle wurde ihm der erste Bissen der Speisen und der erste Schluck der Getränke geopfert.

Ceru mate

In der lettischen Folklore wird Ceroklis nicht genannt, dafür erscheint hier die Ceru māte, die »Staudenmutter«. Da der Name Ceroklis vom Verb cerot „sich stauden“ abgeleitet werden kann, darf eine Verbindung zwischen beiden Gottheiten angenommen werden.

Literatur

  • Haralds Biezais: Baltische Religion. Kohlhammer, Stuttgart 1975, ISBN 3-17-001157-X.
  • Jonas Balys, Haralds Biezais: Baltische Mythologie. In: Hans Wilhelm Haussig (Hrsg.): Götter und Mythen im Alten Europa (= Wörterbuch der Mythologie. Abteilung 1: Die alten Kulturvölker. Band 2). Klett-Cotta, Stuttgart 1973, ISBN 3-12-909820-8.