Briseis und Phoinix, rotfigurige Kylix, um 490 v. Chr., Louvre (G 152)
Achilleus’ Übergabe von Briseis, Wandgemälde aus Pomeji, 1. Jh. n. Chr.
Eyribates und Talthybios führen Agamemnon Briseis, die Konkubine des Achilleus zu, Tiepolo, 1757
Achilleus und Briseis, Kupferstich von Jacques Joseph Coiny nach Agostino Carracci, 1798

Briseis ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Figur aus Homers Ilias. Die Tochter des Brises[1] und Gattin des Königssohnes Mynes[2] war die Lieblingssklavin des griechischen Kriegers Achilleus. Ihr wirklicher Name war Hippodameia, „Briseis“ ist eigentlich ein Patronym, das „Brises’ Tochter“ bedeutet.

Sie wurde von Achilleus während des Trojanischen Krieges in Lyrnessos, der Stadt des Mynes, erbeutet. Bei der Eroberung von Lyrnessos wurden Mynes und sein Bruder Epistrophos getötet,[3] ebenso drei Brüder der Briseis,[4] sie selbst wurde dem Achilleus als Sklavin und Konkubine zugesprochen. Nach Patroklos’ Worten[5] durfte sie darauf hoffen, Achilleus’ Ehefrau zu werden. Der Heerführer Agamemnon nahm Achilleus Briseis weg, als er seine eigene Sklavin, Chryseis, wegen eines Orakels und zur Abwendung weiterer Pfeile des Apollon ihrem Vater zurückgeben musste.

Daraufhin zog Achilleus sich aus dem Kampf um Troja zurück. Da dies eine entscheidende Schwächung der Griechen bedeutete, gab Agamemnon Briseis zurück, zusammen mit sieben weiteren Frauen und einem Eid, nicht mit ihr geschlafen zu haben.[6]

Die Liebe der Briseis zu Achilleus ist der Inhalt des dritten Briefes aus den Heroides, einer Sammlung von Liebesbriefen berühmter mythologischer Frauen, die von dem römischen Dichter Ovid verfasst wurde.

Der römische Dichter Properz behandelt Briseis mehrfach in seinen Elegien.[7]

Rezeption

  • Als Heinrich Schliemann im Sommer 1879 ein Kindermädchen für seine (griechischen) Kinder suchte und sich nach Empfehlung von Rudolf Virchow für die Berliner Anwaltstochter Marie Mellien entschied, machte er zur Bedingung, dass Marie sich für die Dauer der Anstellung einen griechischen Vornamen zulegte. Aus den von Schliemann dafür angebotenen Namen wählte sie „Briseis“.
  • In Wolfgang Petersens Verfilmung des Troja-Mythos wird Briseis von Rose Byrne dargestellt.
  • Nach Briseis ist der am 4. November 1907 von Joel Hastings Metcalf in Taunton entdeckte Asteroid (655) Briseïs benannt.

Literatur

  • August Schultz: Briseïs. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 820 f. (Digitalisat).
  • Pat Barker: Die Stille der Frauen. Lago, 2020. Originalausgabe: The Silcene of the Girls. Hamish Hamilton, 2018. Nacherzählung des Trojanischen Krieges aus Sicht der Briseis.

Weblinks

Commons: Briseis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hyginus, Fabulae 106
  2. Homer, Ilias 19,291
  3. Homer, Ilias 2,691–693
  4. Homer, Ilias 19,292–294
  5. Homer, Ilias 19,297–298
  6. Homer, Ilias 19,258–265
  7. Properz, Elegien 2,8; 2,9; 2,20 und 2,22

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