Bilistiche ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), auch Belistiche und Belestiche, war eine Olympiasiegerin und Geliebte des Ptolemaios II. Philadelphos.

Leben

Nach Angaben von Pausanias stammte sie aus dem Königreich Makedonien und war eine Tochter Philons.[1] Laut Plutarch wurde sie als Sklavin nach Griechenland verkauft.[2] Bei Athenaios wird sie als Hetäre bezeichnet.[3]

Sie gewann 264 v. Chr. die Synoris – das Wagenrennen mit einem Zweigespann – bei den 128. Olympischen Spielen. Vier Jahre später wiederholte sie ihren Sieg.[1] Frauen war es zu dieser Zeit verboten, das Wettkampfgelände in Olympia zu betreten. Bereits im 4. Jh. v. Chr. hatte die Spartanerin Kyniska bemerkt, dass sie als Pferdebesitzerin dennoch an den hippischen Disziplinen teilnehmen konnte, da gewöhnlich Sklaven als Reiter fungierten.[4] In Kyniskas Nachfolge waren es dann weitere Spartanerinnen und Ptolemaierinnen, die zu Olympionikinnen wurden.[5]

Ob Bilistiche erst nach ihrem Sieg in Olympia oder schon zuvor zur Geliebten des ägyptischen Pharaos Ptolemaios II. wurde, ist unklar.[6] 251/50 v. Chr. soll sie das wichtige religiöse Amt der Kanephore bei Feierlichkeiten für Arsinoe II Philadelphia, der Ehefrau des Ptolemaios, übernommen haben.[7] Von Ptolemaios II. wurde sie als Aphrodite Bilistiche vergöttert.[8]

Clemens von Alexandria behauptet, sie sei im Serapeum von Alexandria bestattet worden.[9]

Literatur

  • Walter Ameling: Bilistiche. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 2, Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-01472-X, Sp. 677.
  • Alan Cameron: Two Mistresses of Ptolemy Philadelphus. In: GRBS 31, 1990, S. 287–311.
  • Johannes Kirchner: Belistiche. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,1, Stuttgart 1897, Sp. 240.
  • Elizabeth Kosmetatou: Bilistiche and the Quasi-Institutional Status of Ptolemaic Royal Mistress. In: Archiv für Papyrusforschung 50 (2004), S. 18–36.
  • Sarah B. Pomeroy: Women in Hellenistic Egypt: from Alexander to Cleopatra. Wayne State University Press, Detroit 1990.

Weblinks

Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 Pausanias 5,8,11.
  2. Plutarch, Moralia 753e.
  3. Ptolemaios FGrH 234 F 4 = Athenaios 13,576e-f.
  4. Inschriften von Olympia Nr. 160. Abgerufen am 28. Februar 2021.
  5. Pausanias 3,8,5
  6. Ptolemaios FGrH 234 F 4 = Athenaios 13,576e-f.
  7. Walter Ameling: Bilistiche. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 2, Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-01472-X, Sp. 677.
  8. Sarah B. Pomeroy: Women in Hellenistic Egypt: From Alexander to Cleopatra. Wayne State University Press, Detroit 1990, S. 53–55.
  9. Clemens von Alexandria, protrepticus ad Graecos 4,108, von ihm Blistichis genannt.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.