Bes in Hieroglyphen
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oder
D58G29G1Aa18Z5

Dendera Bes 01a.JPG
Bes

Bes ist eine Gottheit, die ursprünglich aus dem Sudan stammt und die ab der 12. Dynastie auch im Alten Ägypten verehrt wurde. Das weibliche Pendant zu Bes ist besonders in der griechisch-römischen Zeit Beset.

Bedeutung

In der ägyptischen Götterwelt gilt Bes als Schutzgott, der seinen Schutz während der Nacht ausübte. Er schützte die ihn verehrenden Personen vor gefährlichen Wüstentieren, die er mit Messern vernichtete. Darunter insbesondere Schlangen, weswegen Bes auch oft als Schlangenwürger oder Schlangenverschlinger dargestellt wurde.[1]

Er wird jedoch ebenfalls als Gott der Zeugung und der Geburt angesehen und seine Abbildungen sind deshalb häufig in Frauengemächern und an den Kopfenden von Betten (insbesondere Hochzeitsbetten) zu finden. Er sollte einerseits böse Geister vom Haus fernhalten und galt damit andererseits aber auch als Beschützer der Schwangeren, Wöchnerinnen und Neugeborenen. Allmählich wuchs er als Schutzgott des Gotteskindes – also der Nachkommen des Königs (Pharao) – empor. So zählte Bes beispielsweise zu den Göttern, die bei der Geburt von Königin Hatschepsut anwesend waren.[1]

Allerdings galt Bes auch als Gott der Launen und Lustbarkeiten und so tanzte er zur Unterhaltung der Götter und spielte auf Harfe, Leier oder Tamburin.

Der junge Horus (Hor-pa-chered) wurde manchmal auch mit dem Gesicht des Bes dargestellt.

Als Partnerin wird Bes häufig Beset zur Seite gestellt. Er gilt aber auch als Partner der Taweret (Thoeris).[1]

Darstellung

Bes-Amulett, 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. (Kunsthistorisches Museum Wien)
Statuette des Bes, 2. Jahrhundert v. Chr., Landesmuseum Württemberg, Stuttgart

Bes gehört zur Gruppe der Zwerggötter, die seit dem Mittleren Reich auftreten und in denen sich tierische und menschliche Züge vereinen. Er wurde mit einem Fratzengesicht, Löwenmähne und in der Missgestalt eines Krüppels dargestellt, oft auch mit hoher Federkrone. Seit dem Neuen Reich trägt er auf dem Rücken Flügel. Seine Darstellung erfolgt meist von vorne, was darauf hindeutet, dass die Ursprünge dieses Gottes nicht ägyptisch sind.[1] Gelegentlich finden sich jedoch auch Abbildungen im Profil.

Kult und Kultorte

Da Bes auch Gott der Launen und Lustbarkeiten war, waren Tanz und Musik wesentliche Bestandteile seines Kultes. In der Spätzeit wurde er in Sakkara, in der griechisch-römischen Zeit in Antinoupolis sowie im Tempel Sethos I. in Abydos verehrt. Als Orakelgottheit fand Bes in Abydos sogar bis zur Zeit Kaiser Konstantins Verehrung.[2] Ferner bezeugen Amulette mit seinen Abbildungen, dass eine weiter verbreitete Verehrung dieses Gottes bis zur römischen Zeit im Mittelmeerraum erfolgte.[2]

Sonstiges

Statue des weiblichen Dämons Beset im Nationalmuseum Sudan

Nach Bes ist möglicherweise die balearische Insel Ibiza benannt worden.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Franz V. Ballod: Prolegomena zur Geschichte der zwerghaften Götter in Ägypten. Buchdruckerei von H. Liessner und D. Sobko, Moskau 1913, DNB 580807150, OCLC 458596338 (zugleich: Universität München, Dissertation vom 18. Juli 1912 (Juni 1912), 105 Seiten, 119 Abbildungen; notice et cote du catalogue de la Bibliothèque nationale de France: Prolégomènes de l’histoire des dieux nains de l’Égypte / Веденіе въ исторію бородатыхъ карликообразныхъ божествъ въ Египтѣ, deutsch, Zusammenfassung russisch).
  • Mary Barnett: Götter und Mythen des alten Ägypten. Gondrom, Bindlach 1998, ISBN 3-8112-1646-5.
  • Hans Bonnet: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-08-6.
  • Rolf Felde: Ägyptische Gottheiten. 2. erweiterte und verbesserte Auflage. R. Felde Eigenverlag, Wiesbaden 1995.
  • Lucia Gahlin: Ägypten. Götter, Mythen, Religionen. Ein faszinierender Führer durch Mythologie und Religion des Alten Ägypten zu den großartigen Tempeln, Grabmälern und Schätzen der ersten Hochkultur der Menschheit. Edition XXL, Fränkisch-Crumbach 2005, ISBN 3-89736-312-7.
  • Veronica Ions: Die Götter und Mythen Ägyptens (= Die großen Religionen der Welt – Götter, Mythen und Legenden). Neuer Kaiser Verlag – Buch und Welt, Klagenfurt 1988.
  • Manfred Lurker: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter. Sonderausgabe, Scherz, Bern/ München/ Wien 1998, ISBN 3-502-16430-4.

Weblinks

Commons: Bes – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kurt Sethe: Besas. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,1, Stuttgart 1897, Sp. 324–326.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Veronica Ions: Die großen Religionen der Welt. Klagenfurt 1988, S. 108–110.
  2. 2,0 2,1 Rolf Felde: Ägyptische Gottheiten. Wiesbaden 1995, S. 12.
  3. Manuel Bendala Galán: Die orientalischen Religionen Hispaniens in vorrömischer und römischer Zeit. In: Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Bd. II.18.1, 1986, S. 365.

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