Xiaochangliang, China

Fundort: Xiaochangliang, Nihewan Becken, China
Spezies: Homo
Geschätztes Alter: 1020000 Jahre, Datierung basierend auf Paläomagnetismus
Kultur: Oldowan

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Xiaochangliang (chinesisch 小長梁 / 小长梁 Xiǎochángliáng) ist eine paläolithische Fundstätte im Nihewan-Becken im Kreis Yangyuan in der chinesischen Provinz Hebei.

Die Stätte ist berühmt für ihre Steinwerkzeuge - nach ihr ist die Xiaochangliang-Kultur (Xiaochangliang wenhua 小长梁文化) benannt.

Xiaochangliang wurde 1929 von dem US-amerikanischen Geologen George Barbour entdeckt, der schließlich die beiden französischen Archäologen Pere Licent und Teilhard de Chardin einlud, Forschungen vor Ort durchzuführen. 1935 fand de Chardin ein Werkzeug aus Feuerstein, das er auf ein Alter von über eine Million Jahre schätzte - zu dieser Zeit das älteste, von Menschenhand geformte Artefakt.

Die Werkzeuge bestehen aus Schabern, Kerbgeräten, Sticheln und Steinkernen. Im Allgemeinen ist es wegen des Fehlens von vulkanischem Material schwieriger, Fundstellen in Asien zu datieren, als Fundstellen in Afrika. Xiaochangliang konnte jedoch mittels magnetostratigraphischen Analysen (Paläomagnetismus) auf 1,36 Millionen Jahre datiert werden.

Als der chinesische Forscher Pei Wenzhong hunderte von Kilometern weiter südlich die Überreste des Peking-Menschen in Zhoukoudian entdeckte, ließ die wissenschaftliche Aufmerksamkeit für Xiaochangliang nach. Trotzdem entdeckte man zwischen 1972 und 1978 über 2.000 weitere Steingeräte, zusammen mit einigen Knochenwerkzeugen, die schließlich den Fundort als paläolithische Stätte bestätigten.




Literatur

Koordinaten