Salé, Marokko

Fundort: Salé, nähe Douar Caïd bel Aroussi, El Hamra, Marokko
Spezies: Homo rhodesiensis, (erectus, heidelbergensis)
Geschätztes Alter: 422000 Jahre, Datierung basierend auf Elektronenspinresonanz-Untersuchung (ESR) eines assoziierten Zahns

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Salé (arabisch ‏سلا‎) ist die Nachbarstadt von Rabat am nördlichen Ufer des Flusses Bou-Regreg an der Atlantikküste Marokkos.

Im Jahr 1971 führten paläoanthropologische Grabungen zur Entdeckung eines menschlichen Schädels, der vorsichtig auf ein Alter von 400.000 Jahren gschätzt wurde. Außerdem stieß man auf zahlreiche Tierfossilien - Steinwerkzeuge wurden keine gefunden.

Der Schädel ist klein und grazil und hat keine starken Muskelansätze. Die geschätzte Gehirngröße liegt im Bereich von Homo erectus, jedoch deutlich unterhalb von Homo sapiens. Auch deutet der lange, niedrige und dickwandige Gehirnschädel auf Homo erectus. Andere Merkmale erinnern eher an Homo sapiens, dazu gehören die erweiterten Scheitelbeine und ein abgerundeter hinterer Teil, an dem ein nur schwach entwickelter Kamm verläuft. An der Rückseite und der Schädelbasis erkennt man eine deutliche Asymmetrie, die möglicherweis eine krankhafte Veränderung darstellt.



Wegen der vermutlich pathologischen Merkmale und dem Merkmalsmix aus Homo erectus und Homo sapiens, ist der Schädel von Salé schwer einzuordnen. Sein Träger könnte zu einer afrikanischen Population von Homo erectus (manchmal als Homo ergaster bezeichnet) gehört haben, deren Überreste auch von Fundstellen aus der Olduvai-Schlucht in Tansania und Bouri in Äthiopien bekannt sind. Am besten scheint es, den Salé-Schädel als Homo heidelbergensis zu klassifizieren, einem Menschentyp, der morphologisch und zeitlich zwischen Homo erectus und Homo sapiens liegt.

Fundstücke Nachfolgende Fotos © Human Evolution Research Center, (US-Lizenz Fair Use)

Homo rhodesiensis
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SALÉ

CRA (w/ partial R. M3)


Literatur

Koordinaten