Ochtendung, Deutschland

Fundort: Ochtendung, Mayen-Koblenz, Deutschland
Spezies: Homo neanderthalensis
Fossil: Schädelkalotte
Geschätztes Alter: 165000 Jahre

Letzte Meldung:   Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren   –  Als der moderne Mensch Afrika verließ, vermischte er sich mit dem Neandertaler und dem Denisova-Menschen. Ein Forschungsteam hat nun DNA-Fragmente untersucht, die diese ausgestorbenen Homininen an moderne Menschen weitergegeben haben, deren Nachfahren heute auf den Inseln Südostasiens und in Papua-Neuguinea leben. Dabei stellten sie fest, dass nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Denisovaner-Linien – die sich schon vor Hundertausenden von Jahren voneinander getrennt hatten – Erbgut an die Vorfahren der Papua weitergegeben haben. Eine der beiden Denisova-Linien unterscheidet sich von der anderen so sehr, dass es sich bei ihr sogar um eine völlig neue Urmenschen-Gruppe handeln könnte.....

Ochtendung ist eine Ortsgemeinde in der Osteifel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Etwas nördlich von Ochtendung wurde in den Deckschichten einer Kratermulde der Wannenköpfe-Vulkangruppe die Schädelkalotte eines prähistorischen Menschen im Zusammenhang mit drei Steinartefakten gefunden.

Aufgrund der anatomischen Merkmale werden die Überreste als "spät-prä-neanderthalzeitlich" interpretiert. Die Geologie des Fundortes, die archäologischen Befunde und die Anatomie der Schädelkalotte deuten auf die frühe Sauerstoff-Isotopenstufe (OIS) 6 hin, also auf das Frühglazial der vorletzten Eiszeit vor etwa 200.000 Jahren.

Die Schädelkalotte stellt den bisher ältesten Fund von menschlichen Überresten im Rheinland dar. Sie stammt aus den mittleren Schichten der Kratermulde und unmittelbar daneben lagen drei Steinartefakte - ein Abschlag aus Quarz, ein flacher Kern aus Geröllquarzit und ein Breitschaber aus Feuerstein.

Die Schädelkalotte zeigt an ihren Rändern deutliche sekundäre Bearbeitungsspuren, was auf eine Nutzung des Knochens als Artefakt hindeutet. Die Knochendicke ist mit durchschnittlich 8 mm am Bregma enorm. Im quer verlaufenden Riss durch das Bregma zeigt der Fund aus Ochtendung große Übereinstimmungen mit La Chapelle 1 und Monte Circeo auf.

Der Ochtendunger Fund fällt in eine Zeit, aus der in Europa bisher nur sehr wenige menschliche Fossilien bekannt sind. Die morphologischen Merkmale am Schädel interpretiert man als Beleg für den Übergang vom Homo heidelbergensis zum klassischen Neandertaler.


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