Mungo, Australien

Fundort: Mungo, Lake Mungo, Australien
Spezies: Homo sapiens
Fossil: WLH 3, WLH 50
Geschätztes Alter: 40000 Jahre
Kultur: Feuer

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Im Südosten Australiens liegen die Willandra-Seen, deren bekanntester der Lake Mungo ist. Wasser führen sie schon lange nicht mehr. Alle sechs Seen sind seit etwa 15.000 Jahren ausgetrocknet. Doch vor 50.000 bis 15.000 Jahren zog eine insgesamt mehr als 1000 Quadratkilometer große Wasserfläche Menschen und Tiere an. Vor wenigstens 60.000 Jahren haben hier Menschen erstmals ihre Spuren in Form von Steinwerkzeugen, Feuerstellen und Gräbern hinterlassen.

Die Menschen vom Mungosee waren gut ernährt und lebten gesund, ihre Nahrung aus dem See war proteinreich und vielseitig. Doch sie waren nicht nur auf den Fischfang angewiesen. An Feuerstellen sowie in Erdöfen und Abfallhaufen wurden die Knochen einer Reihe von Beuteltieren gefunden, darunter Wallaby, Kanguru und Wombat. Auch fanden sich Reste von den heute ausgestorbenen Tasmanischen Tigern, die auf ausgedehnteren Jagdausflügen erlegt wurden.


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Vor 40.000 Jahren haben die Menschen, die am Mungosee lebten, hier zwei ihrer Verstorbenen beerdigt.



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