Monti Lessini

Fundort: Monti Lessini, Venetien, Italien
Spezies: Homo neanderthalensis
Fossil: Unvollständiger Kiefer und 13 Knochenfragmente, DNA
Geschätztes Alter: 50000 Jahre

Die Gebirgsgruppe der Monti Lessini liegt nördlich von Verona, direkt am Südrand der Alpen, zwischen dem Etschtal (Valle dell'Adige) und dem Valle del Leogra.

Hatten Neandertaler helle Haut und rotes Haar?

Aus den Knochen von Monti Lessini und einer Probe aus El Sidron (Spanien) extrahierten H. Römpler von der Universtät Leipzig und C. Lalueza-Fox von der Universität Barcelona das "mc1r Gen". Sie fanden heraus, dass beide Exemplare eine einzigartige Variante des Gens enthielten, die bei etwa 3.700 Vergleichsproben von modernen Menschen nicht vorhanden war.

Das Gen ist verantwortlich für die Produktion eines Proteins, das die Balance zwischen dem rot-gelben Pigment Phäomelanin und dem schwarz-braunen Pigment Eumelanin regelt. Moderne Menschen mit relativ inaktiven mc1r-Rezeptoren neigen zu roten Haaren und blasser Haut, wobei aber auch andere Pigment-Gene zur Haut- und Haarfarbe beitragen.

In der aktuellen Studie veränderten die Forscher ein menschliches mc1r-Gen so, dass es mit der Variante der Neandertaler übereinstimmte. Als sie das Gen in eine modern-menschliche Zelle einsetzten, funktionierte die Melatonin-Poduktion wie bei den modernen Gen-Varianten, was darauf hindeutet, dass die Neandertaler helle Haut und rote Haare hatten.

Bereits in einer früheren Studie fand Römpler haraus, dass Knochenproben eines Wollhaarmammuts die gleiche Variante des Gens enthielten, wie die Neandertalerknochen. Somit scheint erwiesen zu sein, dass einige Tiere der Eiszeit ein helles Fell hatten.


Literatur

  • Caramelli, D., Lalueza-Fox, C., Condemi, S., Longo, L., Milani, L., Manfredini, A., et al. (2006). A highly divergent mtDNA sequence in a Neandertal individual from Italy. Current biology: CB, 16(16), R630.
  • C. Lalueza-Fox, H. Römpler et al. 2007. A Melanocortin 1 Receptor Allele Suggests Varying Pigmentation Among Neanderthals. Science 318:5855 pp 1453-1455. DOI: 10.1126/science.1147417

Koordinaten

  • 45.607494° N, 10.970278° E von Henry Gilbert,

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