Mezmaiskaya Höhle, Russland

Fundort: Mezmaiskaya Höhle, nordwestlicher Kaukasus, Russland
Spezies: Homo neanderthalensis
Fossil: komplettes Skelett eines Säuglings, DNA
Geschätztes Alter: 40000 Jahre, Datierung basierend auf Radiokarbon-Methode (C-14)
Kultur: Mousterien

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Die Mezmaiskaya (auch Mesmaiskaya) ist eine Höhle mit Blick auf das rechte Ufer des Sukhoi Kurdzhips (ein kleiner Nebenfluss des Kurdzhips River) in der südrussischen Republik Adygea, in den nordwestlichen Ausläufern des Kaukasus-Gebirges. Die Höhle ist 10 Meter hoch, 25 Meter breit und 35 Meter tief. Die Fundstelle wurde 1987 durch die Anthropologin Lubow Golowanowa entdeckt und zwischen 1987 und 2003 ausgegraben.

Die Arbeiten brachten Mousterien Artefakte aus der Mitte der letzten Eiszeit ans Licht, datiert auf etwa 35.000 Jahre vor heute und älter. Ein Rippenfragment eines teilweise erhaltenen Skeletts eines Neandertaler-Kindes, das in der Höhle gefunden wurde, ergab mittels Radiokohlenstoff-Methode zunächst ein Alter von 29.195 ± 965 Jahre, doch geht man heute davon aus, dass das Ergebnis durch jüngeren Kohlenstoff verfälscht wurde. Im Jahr 2011 ergab eine erneute Direktdatierung der Knochen dann ein Alter von 39.700 ± 1.100 (ebenfalls mit der Radiokohlenstoff-Methode). Da der Wert am Knochen selbst bestimmt wurde, anstatt an assoziierten Beifunden, scheint diese Altersbestimmung sehr zuverlässig zu sein.



Das 1993 entdeckte, fast vollständige Skelett war in der Höhle sorgfältig begraben worden, und zwar mit dem Kopf nach Norden auf der rechten Seite liegend. Über 140 Teile des Skeletts in richtiger anatomischer Anordnung lagen auf einem großen Kalksteinblock, überlagert von der ältesten Besiedelungsschicht, der Moustérien-Schicht 3.

Die Faunenreste aus der Höhle zeigen nur eine sehr geringe Verwitterung. Die vielen Knochen zeigen Schnitte von Steinwerkzeugen und Bissspuren von Fleischfressern. Die häufigsten großen Säugetiere sind der Steppenbison (Bison priscus), der Westkaukasische Steinbock (Capra caucasica) und asiatische Wildschafe (Ovis orientalis). Die Überreste von Rentieren (Rangifer tarandus) in der Höhle sind die ersten, die man im Kaukasus fand. Obwohl die Überreste der meisten kleinen Wirbeltieren sich nicht durch menschliche Aktivitäten angesammelt haben könnten (z. B. durch Eulen), repräsentiert die Mehrheit der Huftiere wahrscheinlich Jagdwild der menschlichen Höhlenbewohner.


Literatur

Koordinaten