Ain Hanech, Algerien

Fundort: Ain Hanech, nahe der Stadt Lakhdara, Algerien
Spezies: Homo
Geschätztes Alter: 1800000 Jahre, Datierung basierend auf Biostratigraphie und Paläomagnetismus
Kultur: Oldowan

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Ain Hanech gehört zu den ältesten archäologischen Fundstellen in Nordafrika. Die Anwesenheit von Menschen in diesem Teil des afrikanischen Kontinents könnte bis zu 1,8 Millionen Jahre zurückreichen, was auf eine noch frühere Verbreitung von Homininen in Nordafrika hindeutet, als gemeinhin angenommen wird.

Ain Hanech wurde im Jahre 1947 von dem französischen Paläontologen Camille Arambourg entdeckt, als er die Region rund um die Stadt Sétif im Nordosten Algeriens erkundete.

Die Fundstelle brachte Überreste einer reichen altpleistozänen Fauna und Steinartefakte ans Licht. Die Fauna bestand u. a. aus Elefanten, Pferden, Rindern, Nilpferden und Nashörnern (Arambourg, 1970, 1979). Die von Arambourg beschriebenen Artefakte sind in erster Linie Abschläge, Polyeder und Sphäroide, die einige Ähnlichkeit mit Stücken aus der Olduvai-Schlucht (Bed I, unteres Bed II) haben.

Ain Hanech war die erste Fundstelle in Nordafrika, an der man eine frühe pleistozäne Fauna zusammen mit altpaläolithischen Artefakten ausgrub.




Literatur

Koordinaten