Schiffssetzung von Bīlavu

Die Velna laiva (deutsch Teufelsboote) Kurlands (lett. Kurzeme) sind Schiffssetzungen aus der Bronzezeit (950–750 v. Chr.) im nördlichen Teil Lettlands.

Karte von Lettland
Schiffssetzung von Birznieki

Bootsbestattungen waren von der Bronzezeit bis zur Wikingerzeit in Schweden (hauptsächlich auf der Insel Gotland), Dänemark, Finnland, Norddeutschland, Norwegen und Westestland verbreitet. Die Steinschiffe wurden erst nach der Christianisierung der Letten mit dem Teufel in Verbindung gebracht.

Die „Teufelsboote“ Kurlands bestehen aus großen, aufrechten Granitsteinen, die die Enden des Schiffes mit extra großen Steinen betonen. Die Boote sind 9 bis 15 Meter lang und 2,5 bis 4,5 Meter breit. In der Mitte des Bootes sind Urnen in denen, in Gruben, manchmal in kleinen Steinkisten aus flachen Steinen, verbrannte Knochen liegen. Ein "Teufelsboot" kann 4 bis 12 Bestattungen haben. Die innere Struktur der Bootsgräber war nahezu identisch. Das Grab befindet sich unter einer großen Steinplatte. Zwei oder mehr darunter liegende Steinkisten enthalten irdene Gefäße, Asche und Leichenbrand.

In Lettland gab es in den Gemeinden Talsi (deutsch: Talsen, livisch: Tālsa) und Kuldīga (deutsch Goldingen) acht Schiffssetzungen. Heute sind nur noch die Steinboote von Birznieki und Bīlava erhalten. In der Nähe von Pürciems etwa 300 m nordwestlich von Bīlavu Haus liegt das Bīlavu Steinschiff. Die letzte archäologische Ausgrabung wurde 1999 von Andrei Vasks durchgeführt. Nordöstlich von Valdemārpils, am Rande eines Waldes, liegt das Birznieki Steinschiff.

Die ersten Ausgrabungen wurden 1863 von Julius Döring (1818–1898), einem deutschbaltischen Maler und Antiquar, in der Nähe des Bīlavu-Hauses durchgeführt. Er deckte zwei Nordwest-Südost orientierte Schiffssetzungen auf. Bei der Ausgrabung wurden 10 bis 12 dünne Steinplatten gefunden, die auf drei Ebenen gestapelt waren. Sie waren mit Sand gefüllt, der mit verbrannten menschlichen Knochen, Holzkohle und Scherben vermischt war. 1999 wurde das Boot renoviert und zum Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung erklärt. Das Teufelsboot war gut erhalten, 14,5 m lang und 3,05 m breit. Während der Ausgrabung wurden Schalenfragmente und verbrannte menschliche Knochen sowie ein ganzer Topf Ton gefunden.

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