• In den ehemaligen deutschen Ostgebieten wird seit der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg kein bzw. kaum noch Deutsch gesprochen.
  • In Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind Dialekte und damit die Isoglossen heute nahezu vollständig verschwunden.
  • Isoglosse stimmt hier mit der Benrather Linie überein.
  • Isoglosse ist hier Teil des Rheinischen Fächers.
  • Die Uerdinger und Karlsruher Linie als historische Sprachgrenzen zwischen Nieder- und Mitteldeutsch.

    Die Uerdinger Linie (auch Ürdinger Linie[1][2]) oder ik-ich-Linie bezeichnet in der Germanistik die ik/ich-Isoglosse. Nebenformen sind ek bzw. ech.

    Verlauf

    Die Uerdinger Linie trennt im Westen das Niederfränkischen vom Mitteldeutschen[3] und ungenau das Nordniederfränkische und Brabantische vom Südniederfränkischen. Sie verläuft vom belgischen Löwen nördlich ans niederländische Weert vorbei und knapp südlich von Venlo, überquert zwischen Krefeld-Uerdingen und Duisburg-Mündelheim den Rhein, verläuft nördlich von Mintard an der Ruhr entlang, weiter durch das Bergische Land und trifft bei Wuppertal wieder auf die Benrather Linie oder „maken-/machen-Linie“. Im Wesentlichen beschreibt sie unter anderem den Verlauf der Grenze zwischen Sieger- und Sauerland, wobei sie einen Teil der Gemeinde Wenden dem südlicheren Sprachraum zuordnet und sich hier kurz wieder von der Benrather Linie (man sagt dort also: „ech make“) trennt. Weiter östlich in Brandenburg trennt sie sich wieder von der Benrather Linie und läuft hier südlich an Berlin vorbei. Dort sagt man: „i(c)k mache“.

    Die Uerdinger Linie verläuft durch das Stadtgebiet von Krefeld, wo das im Stadtteil Hüls gesprochene Hölsch Plott bereits zum nordniederfränkischen „ik/eck“-Sprachraum zählt, während in Uerdingen und den anderen Stadtteilen „esch/isch“ verwendet wird. Die Uerdinger Linie trennt auch den Duisburger Stadtbezirk Süd, der zum „esch/isch“-Sprachraum gehört, vom Rest des Stadtgebiets.

    Die Uerdinger Linie stellt lediglich eine Übergangslinie zwischen den ik-Mundarten im niederdeutschen sowie niederfränkischen Sprachraum und den ich-Mundarten im hochdeutschen Sprachraum dar. Ob nun der niederfränkische Sprachraum hier beginnt oder etwas südlicher an der Benrather Linie, lässt sich in diesem Übergangsbereich vom Niederfränkischen zum Hochdeutschen hin, der vom Dialektkontinuum bestimmt ist, nicht an einer Grenzlinie festmachen.

    Im ersten Fall lassen sich die Mundarten südlich der Uerdinger Linie auch den mitteldeutschen Sprachen und Dialekten des Hochdeutschen zuordnen, im letzten Fall dem Niederfränkischen (siehe auch Panninger Linie).

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. Hermann Niebaum, Jürgen Macha: Einführung in die Dialektologie des Deutschen. 3. Aufl., 2014, S. 112f.
    2. Peter von Polenz: Geschichte der deutschen Sprache. 10. Aufl. neu bearbeitet von Norbert Richard Wolf, Walter de Gruyter, Berlin u. New York 2009, S. 24
    3. Johannes Venema: Zum Stand der zweiten Lautverschiebung im Rheinland: diatopische, diachrone und diastratische Untersuchungen am Beispiel der dentalen Tenuis (voralthochdeutsch /T/). Franz Steiner Verlag, 1997, S. 10–12, bes. S. 12 (Online Google Books).

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