Theudomer, teilweise auch Theodemer geschrieben[1] (frz. Théodomir und Théodomer), Sohn des Richomer, eines fränkischen Heerführers in den Diensten Roms und der Ascyla, war ein fränkischer König, wahrscheinlich der Rheinfranken, zu Beginn des 5. Jahrhunderts. 421 oder 428 ließen die Römer ihn gemeinsam mit seiner Mutter mit dem Schwert töten.

Einzig gesicherte Quelle zu Theudomers Leben ist Gregor von Tours, der berichtet, dass die konsularischen Tafeln davon berichten, dass Richomer in einem Jahr römischer Konsul war und dass sein Sohn mit seiner Mutter hingerichtet wurde. Es mag zwar erstaunen, dass ein Mann, der am römischen Kaiserhof präsent war, später zum fränkischen König aufsteigen konnte, jedoch gelang dies auch 30 Jahre zuvor schon Mallobaudes.

Pierre Riché vermutet, dass Theudomer die Usurpatoren Konstantin III. und Jovinus unterstützt hat und dass er deswegen von Kaiser Flavius Honorius später zum Tode verurteilt wurde. Warum dieser aber bis dahin mehr als zehn Jahre gewartet haben soll, erschließt sich nicht. Unter einigen Historikern besteht auch die Vermutung, dass Theudomer der Vater von Chlodio war. Um 580 teilt Gregor von Tours mit, dass Chlodio auf Theudomer folgte, wobei sich Gregor aber selbst nicht im Klaren war, inwieweit die beiden miteinander verwandt waren.[2] Es bleibt bei dieser Aussage sogar unklar, ob Chlodio direkt nachfolgte oder ob eventuell ein anderer Herzog zwischenzeitlich herrschte. Um 660 präzisiert Fredegar in seiner Chronik, dass Theudomer der Vater Chlodios war,[3] jedoch ist fraglich, ob Fredegar über genauere Informationen als Gregor verfügte oder lediglich die Vorlage Gregors weiterinterpretierte.

Einzelnachweise

  1. John Robert Martindale: Theodemer 1. In: The Prosopography of the Later Roman Empire (PLRE). Band 2, Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20159-4, S. 1068–1069.
  2. Maximilian Diesenberger und Helmut Reimitz: Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Momente des Königtums in der merowingischen Historiographie. In: Franz-Reiner Erkens (Hrsg.): Das frühmittelalterliche Königtum. Ideelle und religiöse Grundlagen. Walter de Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-092266-5, ISBN 978-3-11-092266-0, S. 255 (Digitalisat)
  3. Theo Kölzer: Merowinger. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 167–173 (Digitalisat).