M_H.DE / CC BY 3.0

Spitzberg (Landsberg)


Der Spitzberg ist eine Erhebung im östlichen Saalekreis. Er ist 136 m ü. HN[1] hoch und liegt zwischen der Stadt Landsberg im Osten und Hohenthurm im Westen. Unmittelbar nördlich des Spitzberges verläuft die Verbindungsstraße der beiden Orte und noch einige hundert Meter weiter nördlich liegt die B100. Unmittelbar am Südhang verläuft die Bahnlinie Halle (Saale)-Bitterfeld.

Botanik

Der Naturraum gestaltet sich unmittelbar auf dem Berg durch Bäume und Sträucher. An den Randgebieten finden sich vorwiegend kleinere Laubbäume wie die Robinie und Dornengewächse wie der Rotdorn. Auf der Anhöhe sind Kiefern und Birken anzutreffen. Alle freien Flächen des Spitzbergs sind mit einer Trockenwiese bedeckt, die charakteristische Kräuter und Gräser aufweist. Bis in die 1950er Jahre war die Erhebung frei von hölzernen Gewächsen. Erst durch das systematische Aufforsten während der DDR erhielt der Spitzberg sein heutiges Aussehen. Die Flächen um den Hügel werden schon seit jeher für die Landwirtschaft genutzt.

Geologie

Bereits vor dem 20. Jahrhundert entstanden die ersten Steinbrüche um den Berg herum. An ihnen kann man die Zusammensetzung des Spitzbergs am deutlichsten erkennen. Es handelt sich dabei um Vulkanite, genauer gesagt um Porphyr bzw. Porphyrite. Der umliegende Boden zeichnet sich durch Löss und Sandlöss aus, welcher in den höheren Lagen durch Parabraunerden bedeckt wird.

Frühgeschichte

Am Spitzberg lassen sich mindestens vier archäologische Kulturen nachweisen. Die Baalberger Kulturgruppe ist die chronologisch erste und wurde innerhalb des Grabhügels nachgewiesen. Eindeutige Siedlungsfunde dieser Gruppe wurden bisher nicht erbracht, so dass nur von einer Bestattung ausgegangen werden kann.

Die Salzmünder Kultur kann sowohl in einen Zusammenhang mit Grab- als auch mit Siedlungsfunden gebracht werden. Das am Grabhügel anschließende Erdwerk ist ein Indiz dafür, dass die Niederlassung befestigt war und sich der Kern des Areals am Südhang befand. Da sich einige Funde der Salzmünder Gruppe typologisch mit solchen der Bernburger Gruppe überschneiden, kann angenommen werden, dass sich deren Aktivität auf die Zeit um 3200 bis 3000 v. Chr. beschränkte.

Das schnurkeramische Grab auf der Anhöhe des Spitzbergs ist das einzige seiner Art in der näheren Umgebung. Siedlungsfunde dieser Kultur sind bisher nicht bekannt. Aufgrund der Lage des Grabes kann davon ausgegangen werden, dass mit der schnurkeramischen Bestattung eine Erweiterung des Grabhügels einherging.

Gräber der Lausitzer Kultur sind am häufigsten anzutreffen und konzentrieren sich – bis auf eine Ausnahme – auf das Urnengräberfeld im Südwesten der Porphyrerhebung. Die vermutete Siedlung wird weiträumig durch Erdwerke begrenzt. Siedlungsfunde beweisen die Existenz von metallverarbeitendem und salzsiedendem Handwerk. Die Ausstattung der Urnengräber lässt die Möglichkeit offen, dass eine soziale Hierarchie bestand. Alle Funde können der ausgehenden Bronzezeit (1200 bis 800 v. Chr.) zugeordnet werden.

Der Spitzberg ist mit seinen zahlreichen historisch bedeutsamen Artefakten keine Ausnahme in diesem Gebiet. In und um Landsberg wurden während der letzten 150 Jahre viele Funde gemacht, die das Ausmaß der damaligen Besiedlungsdichte nur erahnen lassen.

Einzelnachweise

  1. TK25 (Ausgabe für die Volkswirtschaft), Bl.1106-14 Landsberg 1979. Abgerufen am 20. Juli 2010.

Literatur

  • Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege: Archäologie an der JAGAL 1999 S. 13

Weblinks

51.52142612.123893Koordinaten: 51° 31′ N, 12° 7′ O


Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

21.11.2020
Manche mögen‘s heiß: Globale Erwärmung als Motor für Evolution der Langhalssaurier
Ein internationales Paläontologen-Team, zu dem auch SNSB-Forscher Oliver Rauhut gehört, findet Belege für einen raschen Klimawandel vor 180 Million...
11.11.2020
Der Popa-Langur: ein neu entdeckter Affe aus Asien
Erbgutanalysen, unter anderem an hundert Jahre altem Museumsexemplar, erlauben Einblick in die Evolutionsgeschichte der Haubenlanguren.
03.11.2020
Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab
Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge...
31.10.2020
Populationsgeschichte der Hunde deckt sich nur teilweise mit der des Menschen
Wissenschaftler haben die Genome von bis zu 10.900 Jahre alten Hunden untersucht und zeigen, dass die Populationsgeschichte der prähistorischen Hunde...
30.10.2020
Denisovaner-DNA im Erbgut früher Ostasiaten
Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften haben das Genom des ältesten me...
24.10.2020
Bissspuren und ausgefallene Zähne bringen Licht ins Fressverhalten von Dinosauriern
Forscherteam der Universität Tübingen untersucht 160 Millionen Jahre alten Fressplatz im Nordwesten Chinas.
22.10.2020
Kognitive Bausteine der Sprache existierten schon vor 40 Millionen Jahren
Nicht nur Menschen, sondern auch Affen und Menschenaffen erkennen Regeln in komplexen sprachlichen Konstruktionen. Dies haben Sprachwissenschaftler du...
21.10.2020
Mehr noch als Fleisch und Milch
Stabile Isotopendaten von Menschen- und Tierknochen zeigen eine sehr effektive Nutzung des vielfältigen Nahrungsangebots im nördlichen Kaukasus und ...
18.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde...
17.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen. Doch wie sind diese aus anorganischen Stoffen entstanden? Der LMU-Chemiker Oliver Trapp ber...
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht. Gemäss dem internationalen Forscherteam so...
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht un...
01.10.2020
Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht
Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, unt...
25.09.2020
Vor 120.000 Jahren: Älteste sicher datierte Nachweise von Menschen auf der arabischen Halbinsel
Unter Verwendung hochauflösender paläoökologischer Informationen, die aus versteinerten Fußabdrücken gewonnen wurden, präsentiert eine neue, in ...
25.09.2020
Neandertaler haben männliches Geschlechtschromosom vom modernen Menschen übernommen
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Martin Petr und Janet Kelso vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipz...
21.09.2020
Versteinerte Bäume im Thüringer Wald: Forscherteam entschlüsselt fossile Mikrowelten
Paläontologen des Museums für Naturkunde Chemnitz und der TU Bergakademie Freiberg führen aktuell in Manebach bei Ilmenau wissenschaftliche Grabung...
21.09.2020
Auch Schimpansen leiden ein Leben lang, wenn sie im Kindesalter die Mutter verlieren
Der Tod eines Elternteils ist für ein Kind traumatisch und Waisenkinder leiden häufig für den Rest ihres Lebens unter diesem Verlust – ein verzö...
21.09.2020
Älteste Spermien der Welt
In einem Bernstein entdeckte ein internationales Team von Paläontologen im Inneren eines weiblichen Muschelkrebses 100 Millionen Jahre alte Riesenspe...
17.09.2020
Schimpansenverhalten und -kultur sind in variabler Umwelt am vielfältigsten
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und dem Deutschen Zentrum für integrat...
15.09.2020
Weinpresse aus der Eisenzeit gibt Aufschluss über Bautechnik der Phönizier
Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt seltenen Nachweis der frühen Weinherstellung an der Ausgrabungsstätte Tell el-Burak im Libanon.
09.09.2020
Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas
Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus eine...
09.09.2020
Das letzte Zucken der Eiszeit
Ein internationales Team von Forschenden blickt präzise wie nie in das Ende der letzten Eiszeit. Wann und wo genau die Jüngere Dryaszeit begann und ...
03.09.2020
Milchverträglichkeit hat sich in wenigen Tausend Jahren in Mitteleuropa verbreitet
Paläogenetiker der Johannes Gutenberg-Universität Mainz finden nur in wenigen Knochen vom bronzezeitlichen Schlachfeld an der Tollense Hinweise auf ...
03.09.2020
Himmelsscheibe von Nebra wird neu datiert
Bisher galt die Himmelsscheibe von Nebra als frühbronzezeitlich und damit als älteste Himmelsdarstellung der Welt. Archäologen der Goethe-Universit...