Uaigh Righ Lochlainn

Rubha Langanes oder Uaigh Righ Lochlainn (deutsch „Das Grab des Königs von Norwegen“ – auch Rudha Langanes, Rudha Langaninnis oder Tarbert genannt) ist eine schmale, rechteckige Struktur, etwa 11,0 Meter lang und 2,2 Meter breit. Sie befindet sich an der Nordküste der Insel Canna, der schottischen Inneren Hebriden in Argyll and Bute. Etwa 20,0 m oberhalb auf dem grasbewachsenen Felsvorsprung unterhalb der Klippen liegen eine zweite wesentlich kleinere (3,5 × 1,4 m) und eine dritte Steinsetzung (7,7 × 2,6 m).

Canmore[1], die nationale Datenbank für historische Monumente in Schottland, nahm zunächst an, dass die Anlage ein Wikinger- oder Schiffsgrab ist; heute wird von einem Siedlungsplatz ausgegangen, der der Steinsetzung Diarmaid’s Grave am Loch Duich ähnlich ist. Ähnliche Strukturen auf Arran und Colonsay wurden durch Münzfunde auf das 9. Jahrhundert datiert.

Die Wikinger und ihre nordischen Verbündeten regierten das Königreich der Inseln, wozu auch die Hebriden gehörten, vom 9. Jahrhundert bis zum Jahre 1266 (Frieden von Perth). Schriftliche Aufzeichnungen existieren nur wenige, aber die Besetzung von Canna ist durch nordische Ortsnamen (Sanday) offensichtlich, wobei der Name "Canna" wohl pränordisch ist.

Literatur

  • Leslie Alcock: The supposed Viking burials on the islands of Canna and Sanday. In: Anne O’Connor, David V. Clarke: From the Stone Age to the ‚Forty-Five‘. Studies presented to R B K Stevenson, Former Keeper, National Museum of Antiquities of Scotland. John Donald, Edinburgh 1983, ISBN 0-85976-046-4, S. 293–309.

Einzelnachweise

  1. The online catalogue to Scotland’s archaeology, buildings, industrial and maritime heritage

Weblinks

Koordinaten: 57° 4′ 2,1″ N, 6° 33′ 12,2″ W

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.