Sussex in angelsächsischer Zeit

Oslac (auch Osiai; fl. 765–780)[1] war ein Herrscher des angelsächsischen Königreiches Sussex in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts.

Leben

Die Chronologie ist wegen der schwachen Quellenlage des 8. Jahrhunderts für Sussex sehr unsicher. Drei Chartas bilden die einzige Informationsquelle zu seinen Lebensdaten. Seine Herkunft ist unbekannt. Sussex stand seit dem Ende des 7. Jh. deutlich im Schatten des Nachbarreiches Wessex.

Oslac herrschte vermutlich in den 760er Jahren als König gemeinsam mit Ealdwulf, Ælfwald und Osmund.[2] Urkundlich ist Osiai (=Oslac) als König erstmals um 765 nachweisbar. Auf dieses Jahr wurde eine Landschenkung Ealdwulfs an seinen comes Hunlaf zum Bau einer Klosterkirche datiert, die Oslac und Ælfwald als Zeugen unterschrieben. Die Abschrift dieser Urkunde wird zwar zumeist als verfälscht angesehen, scheint aber auf ein authentisches Original zurückzugehen.[3]

Während seiner Regierungszeit wurde Wessex von Mercia unter König Offa (757–796) als englische Hegemonialmacht abgelöst. Offa erlangte um das Jahr 764 die Oberherrschaft über das Königreich Kent und setzte Ecgberht II. (um 764–779/784) im westlichen und Heahberht (764/765–?) im östlichen Kent als Vasallenkönige ein.[4] Auch auf Sussex nahm der Druck immer weiter zu. Anfang der 770er Jahre wurde die politische Lage in Sussex offenbar instabil, was Offa für sich nutzte.[5] Im Jahr 771 besiegte Offa aus Kent kommend die Hæstingas im Osten von Sussex und unterwarf dann das gesamte Königreich Sussex.[2] Offa konnte im Jahr 772 über Ländereien in Sussex nach eigenem Ermessen verfügen. Die einstigen Könige (Oswald, Osmund, Ælfwald und Oslac) trugen in einer Charta, die sie als Zeugen unterschrieben, nur noch den Titel Dux bzw. Ealdorman.[2] In dieser Charta trägt Oswald den Titel dux Suðsaxorum (Ealdorman der Süd-Sachsen).[6] Einige Historiker leiten daraus eine gewisse Vorrangstellung gegenüber den anderen duces ab.[2] Eine aus dem Jahr 780 stammenden Charta Oslacs wurde von Ælfwald und Ealdwulf als Zeugen mitunterschrieben.[7] Mit dem Jahr 780 verschwand Oslacs Name aus den Urkunden. Sein Todesjahr ist unbekannt.

Quellen

Literatur

  • Simon Keynes: Kings of the South Saxons. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 978-0-6312-2492-1, S. 509–510.
  • D. P. Kirby: The Earliest English Kings, Routledge, 2000, ISBN 978-0415242110.
  • John Cannon, Anne Hargreaves: The Kings and Queens of Britain, Oxford University Press, 2009 (2. überarb. Aufl.), ISBN 978-0-19-955922-0, S. 25.
  • Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of Early Anglo-Saxon England. Routledge, London-New York 2002, ISBN 978-0-415-16639-3. PDF (6,2 MB)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Oslac 3@1@2Vorlage:Toter Link/eagle.cch.kcl.ac.uk (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. in Prosopography of Anglo-Saxon England (PASE)
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Simon Keynes: Kings of the South Saxons. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 978-0-6312-2492-1, S. 509–510.
  3. Charta S50
  4. Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England, Routledge, 2002, ISBN 978-0-415-16639-3, S. 31.
  5. D. P. Kirby: The Earliest English Kings, Routledge, 2000, ISBN 978-0415242110, S. 138–139.
  6. Charta S108
  7. Charta S1184

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