Oppidum Milseburg


Das Oppidum Milseburg ist eine stadtähnliche Siedlungsanlage (Oppidum) aus der Eisenzeit auf dem Berg Milseburg in der Rhön.

Geschichte und Anlage des Oppidums Milseburg

Reste des eisenzeitlichen Ringwalls um die Milseburg
Reste des eisenzeitlichen Ringwalls am Fuße der Milseburg
Reste der eisenzeitlichen Siedlung an der Milseburg

Die Ringwallanlage auf der Milseburg war in der Eisenzeit besiedelt. Sie entstand wohl gegen Ende der Hallstattzeit und war bis zur späten Latènezeit, also bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. bewohnt. Die Anlage umschließt eine Fläche von über 35ha. Sie war mit einem an der Nord-, Ost- und Südseite errichteten, ca. 1300 m langen und bis zu 12 m breiten Mauer, einer Art Holzkastenkonstruktion, befestigt. Die nordöstlichen Abschnitte des Walls sind weitgehend zerstört worden beim Bau der Eisenbahn vor 1900. Die Westseite blieb zum Teil unbefestigt, da die zum Biebertal abfallenden Steilwände hier eine natürliche Befestigung darstellen. Des Weiteren existieren zwei Annexwälle von ca. 65 bzw. 85 m, die eine Quelle schützen.

Das Oppidum war durch drei Tore zugänglich, von denen nur eines auch für Fuhrwerke geeignet war, da die anderen einen zu steil angelegten Zugang darstellen.

Die Milseburg liegt im Randbereich der keltischen Welt.

Reste und Grabungsgeschichte des Oppidums

Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Reste des eisenzeitlichen Oppidums entdeckt. Der Heimatforscher Joseph Vonderau (1863–1951), der Kasseler Museumsdirektor J. Boehlau und sein Assistent, der Bibliothekar W. Lange haben zwischen 1899 und 1906 zahlreiche Siedlungsspuren ausgegraben. Sie entdeckten neben Werkzeugen und (wenigen) Waffen aus Eisen große Mengen von Keramik. Die Funde seiner Ausgrabungen befinden sich heute im Vonderau Museum in Fulda und vor allem im Hessischen Landesmuseum.

Heute ist von der einst bedeutenden Siedlung außer dem verfallenem keltischen Ringwall an der Ost- und Süd-Ost-Seite des Bergfußes der Milseburg und zahlreichen Terrassierungen (=ehemalige Wohnpodien) für den Laien wenig erkennbar. 2003 und 2004 haben nach knapp 100 Jahren wieder Ausgrabungen auf der Milseburg stattgefunden. Leiter der archäologischen Arbeitsgruppe war bis zu seinem Tod zu Beginn des Jahres 2004 der Fuldaer Kreis- und Stadtarchäologe Matthias Müller.

Weblinks

 <Lang> Commons: Oppidum Milseburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

50.5466944444449.8963055555556Koordinaten: 50° 32′ 48″ N, 9° 53′ 47″ O


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