Namrasit („Strahlend ist er, wenn er aufgeht“) ist die sumerische Bezeichnung der Gottheit des aufgehenden Mondes[1]. In der achten Tafel des Gilgamesch-Epos führte Namrasit den Beinamen „Ratgeber der Götter“. Ein šu-ila-Text[2] aus der Bibliothek des Aššurbanipal[3] nennt ihn von "unvergleichlicher Macht, mit unerschließlichem Ratspruch". Namrasit nahm zeitweise den Charakter eines Totengottes an, da er im Tagesverlauf unter den Horizont sank. Damit hatte Namrasit die Macht, in das Totenreich einzutreten.

Nach dem Tod von Enkidu erhielt Namrasit daher von Gilgameš ein Opfergeschenk:

139 Ein [...] aus [...] [...].140 legte er für Namrasit, den Ratgeber der Götter, dem Šamaš vor: 141 Möge Namrasit, der Ratgeber der Götter, dies (Geschenk) entgegennehmen. 142 Meines Freundes angesichtig sei er so der Freude voll, 143 dass er an seiner Seite gehe.“

Achte Tafel, Gilgamesch-Epos

Es gibt einen weiteren sumerischen Mondgott mit dem Namen Nanna.

Literatur

  • Stefan M. Maul: Das Gilgamesch-Epos. Beck, München 2006, ISBN 3-406-52870-8, S. 175 und 114–115.

Einzelnachweise

  1. So wird er unter anderem in einem Text von Warad-Sin, dem elamitischen Herrscher von Larsa bezeichnet; Ira M. Price, Light out of Ur - The Devotion of Elamite Kings to Sumerian Deities. Journal of the American Oriental Society 51/22, 1931, 165
  2. W. Mayer, Studien zur Formensprache der babylonischen Gebetsbeschwörungen, 1975
  3. James B. Pritchard, Ancient Near Eastern texts relating to the Old Testament. Princeton, Princeton University Press 1950, 386