Statue von Mictlantecuhtli, dem Herrscher von Mictlan

Mictlan (auch Mitlan) war in der aztekischen Mythologie die Bezeichnung für die Unterwelt und den Ort des Todes. Herrscher von Mictlan war Mictlantecuhtli (Herr des Todes), der meist als furchterregende Gestalt dargestellt wurde.

In der Drei-Ebenen-Vorstellung der Azteken war Mictlan unter Topan (der Oberwelt) und Cemanahuatl (der von den Menschen bewohnten Mittelwelt) die unterste Ebene.

Nach Mictlan kamen alle Personen, die eines natürlichen Todes starben. Gefallene Krieger oder Frauen, die bei der Geburt eines Kindes starben, kamen gleich direkt in eine höhere Stufe und mussten Mictlan nicht durchlaufen. Gleiches galt für Personen, die ertranken oder vom Blitz erschlagen wurden.

Die Unterwelt Mictlan bestand aus neun Stufen, die man vier Jahre lang durchlief. Man musste während dieser Zeit schwierige Prüfungen absolvieren, um die Stufen überwinden zu können. Am Ende dieser Zeit gelangten die Verstorbenen an einen siebenarmigen Fluss, der nur mit Hilfe des Seelengeleiters Xolotl (des Wächters der Unterwelt) überwunden werden konnte. Erst nach Überquerung des Flusses gelangte man nach Omeyocan, das das endgültige Ziel im Inneren des Himmels darstellte.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Mictlán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.