Holger Weinandt / CC BY-SA 3.0 de

Die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, Sitz des Landesmuseums Koblenz und gleichzeitig größtes Exponat
Hinter dem mächtigen Wachportikus befindet sich der Eingang zum Landesmuseum Koblenz
Die Kanone Greif auf der Festung Ehrenbreitstein
Archäologische Zeitgärten auf dem Dach der Contregarde rechts während der Bundesgartenschau 2011

Das Landesmuseum Koblenz ist ein Museum auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Es ist nach Mainz und Trier das jüngste sowie das einzige technische Landesmuseum in Rheinland-Pfalz. Das Museum für die Kulturgeschichte der Technik beherbergt auch die Landessammlung zur Geschichte der Fotografie in Rheinland-Pfalz. Als eigenständige Direktion gehört es zur Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Museumsleiterin ist Brigitte Schmutzler.

Geschichte

Das Landesmuseum Koblenz wurde 1956 als „Staatliche Sammlung für Vorgeschichte und Volkskunde“ durch Josef Röder gegründet. Als Museumsleiter konnte Röder sich nicht jedoch nicht mit vollem Einsatz dem Museum auf der Festung widmen, denn er war als Bodendenkmalpfleger dem Landesmuseum in Trier unterstellt und sollte gleichzeitig den Wiederaufbau des Mittelrhein Museums der Stadt Koblenz in der Altstadt vorantreiben. Gezeigt wurden zunächst Altertümer des Weinbaus. Zusammengetragen wurden vorrangig Maschinen und Werkzeuge, die im Wein- und Bergbau, in der Flussfischerei und in der Basalt- und Bimsgewinnung eingesetzt wurden. Der Weg zum Technikmuseum war durch die vorhandenen Ausstellungsgegenstände spätestens seit Mitte der 1970er Jahre vorgeprägt.

1975 übernahm Ulrich Löber die Museumsleitung und setzte die technische Ausrichtung der Sammlung fort. Unter Löber wurde im Landesmuseum Koblenz erstmals in Rheinland-Pfalz ein Museumspädagoge angestellt. Die Geschichte der Fotografie in Rheinland-Pfalz wurde 1993 als Dauerausstellung mit in das Museumsprogramm aufgenommen. Im Jahre 2001 übernahm Thomas Metz die Museumsleitung, die er bis 2008 innehatte um dann die Stelle des Generaldirektors der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz anzutreten. Seit 2008 ist Brigitte Schmutzler Leiterin des Landesmuseums.[1]

Nach dem 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2007 wurde mit einer grundlegenden Sanierung des Landesmuseums begonnen, die 2014 abgeschlossen sein soll. Da die Festung Ehrenbreitstein Teil der Bundesgartenschau 2011 war, wurde auch das Landesmuseum mit besonderen Ausstellungen in die Veranstaltung eingebunden. Auf den Dächern der Contregarde rechts entstanden die Archäologischen Zeitgärten. Daneben begleitete das Landesmuseum die Gartenschau mit zwei großen Wechselausstellungen zum preußischen Gartenbauer Peter Joseph Lenné und zur Geschichte der Grabkultur an Rhein und Mosel.

Ausstellungen

Zu den Ständigen Abteilungen gehören Sammlungen zum Thema Bimsabbau und Verarbeitung, Eisenverarbeitung, Zinngießerei, Holzverarbeitung, Weinbau, Sektherstellung, Schnapsbrennerei sowie zur Archäologie. Dazu kommen Sammlungsbestände der großen deutschen Unternehmer und Konstrukteure Carl Clemens Bücker, August Horch, Michael Thonet, Georg Michael Pfaff und Franz Xaver Wagner sowie der Klavierbauer Carl Mand und Heinrich Knauß. Die jährlich mehrere Male wechselnden Sonderausstellungen runden das Programm ab. Zum Museum gehört ebenfalls die Landessammlung zur Geschichte der Fotografie und ein Televiseum mit Exponaten zur deutschen Fernsehgeschichte.

In der Contregarde rechts befindet sich die Archäologische Abteilung, die unter dem Motto "Geborgene Schätze. Archäologie an Mittelrhein und Mosel" steht und auf dem Dach die zur Bundesgartenschau 2011 geschaffenen Archäologischen Zeitgärten mit drei historischen Themengärten. Hier befindet sich eines der bekanntesten Exponate des Landesmuseums, die Kanone Greif aus dem 16. Jahrhundert.

Die Festung Ehrenbreitstein ist nicht nur Sitz des Landesmuseums Koblenz, sondern auch dessen größtes Exponat. Die Abteilung „Geschichte der Festung“ beschäftigt sich mit der Historie der Festung Koblenz-Ehrenbreitstein und behandelt auch allgemeine Fragen des Festungswesens und der Militärtechnik.

Unter dem Motto Kommt der Prophet nicht zum Berg... besucht das Museum auf Rädern vorrangig Schulen, aber auch soziale Einrichtungen im Umkreis von rund 30 km. Das museumspädagogische Programm widmet sich drei großen Epochen der Menschheitsgeschichte von der Steinzeit über die Römer bis hin zu den Rittern des Hochmittelalters.

2012 startet das Landesmuseum mit dem Haus des Genusses in der Langen Linie eine neue Ausstellungseinheit, die sich mit einer Dauerausstellung dem Wein in Rheinland-Pfalz widmet. Hierzu wird ergänzend jedes Jahr ein neues genussreiches Thema präsentiert werden. Den Auftakt bildet 2012 die Ausstellung Genuss aus Meisterhand.

Zum Landesmuseum gehört seit dem 31. März 2012 das Haus der Fotografie, das sich im Turm Ungenannt befindet. Der Besucher findet hier dauerhaft die Landessammlung zur Geschichte der Fotografie. In Fünf Bildern wird die Geschichte der Fotografie dokumentiert. Die erste Galerieausstellung widmet sich der Fotokünstlerin Firouzeh Goergen-Ossouli unter dem Motto Zwischenräume.

Das Landesmuseum Koblenz betreibt eigene Forschung und nimmt die notwendige Restaurierung an den ihr anvertrauten Sammlungsstücken vor.

Direktoren / Museumsleiter

  • Josef Röder (1956–1975)
  • Ulrich Löber (1975–2001)
  • Thomas Metz (2001–2008)
  • Brigitte Schmutzler (seit 2008)

Weblinks

 <Lang> Commons: Landesmuseum Koblenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Schmutzler zwischen Buga und Depot in: Rhein-Zeitung, 15. Februar 2008

50.3641388888897.6143611111111Koordinaten: 50° 21′ 51″ N, 7° 36′ 52″ O


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