Eine weiße Kitsune-Statue an einem Eingang zum Inari-Schrein am Tōdai-ji in Nara

Kitsune ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); Aussprache?/i) ist der japanische Name sowohl des Rotfuchses (Vulpes vulpes) als auch des Eisfuchses (Alopex lagopus). Der Rotfuchs bildet in Japan zwei Unterarten: Vulpes vulpes japonica ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value), Hondo kitsune, dt. Hauptinsel-Fuchs) lebt auf Honshū, der größten der vier Hauptinseln. Auf der nördlichen Insel Hokkaidō kommt die Unterart Vulpes vulpes schrencki ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value), Kita kitsune, dt. Nordfuchs) vor. Beide Unterarten spielen in der japanischen Mythologie eine große Rolle. Als heilige Tiere der Gottheit Inari gelten aber – wie aus vielen Darstellungen ersichtlich – besonders die weißen Füchse.

Als Vertraute der Gottheit Inari, die selbst mitunter als Fuchs dargestellt wird, gelten Kitsune als Glücksbringer, die in Märchen und Legenden allerdings oft auch andere Seiten haben.

Der Neunschwänzige Fuchs spielt auch in vielen Mangas und Animes eine große Rolle. So tritt in der Manga- und Anime-Reihe Naruto ein Neunschwänziger Fuchs auf: Kurama, besser bekannt als Kyūbi (九尾, "Neunschweif"), ein sogenannter Bijū.  Er wird auch "Kyūbi no Yōko" (九尾の妖狐, "Neunschwänziger Unheilfuchs") und "Bakegitsune" (化け狐, "Monsterfuchs") genannt. Die Bezeichnung "Neunschwänziger Unheilfuchs" trifft dabei gut auf den eigentlichen Kitsune zu.

Auch in Yu-Gi-Oh! tritt ein Fuchs mit neun Schwänzen auf, der zum eigentlichen Kitsune eine erhebliche Ähnlichkeit aufweist.

Ursprünge

Ein Hokkaidō-Rotfuchs (Kita kitsune) im Schnee

Es ist nicht geklärt, ob die Kitsune-Mythen ursprünglicher Bestandteil der japanischen Kultur sind oder von außen hereingetragen wurden. In Japan sind sie wahrscheinlich seit dem 5. Jahrhundert vor Christus bekannt; auch in Korea, China und Indien sind ähnliche Mythen bekannt, die sich aber in der Zuschreibung der Eigenschaften teilweise stark unterscheiden. In der chinesischen Mythologie etwa ist der neunschwänzige Fuchs das Symbol der Königinmutter des Westens (Xiwangmu), während der koreanische Kumiho, anders als der japanische Kitsune, ausschließlich als böse dargestellt wird. Anderen Meinungen nach könnten sich die Fuchsmythen von Indien aus bis Japan verbreitet haben.[1] Dennoch werden die Füchse in Japan wesentlich positiver beurteilt als in Korea und China, es wurden nur wenige negative Eigenschaften übernommen. Dies könnte daher kommen, dass in der frühen japanischen Gesellschaft Menschen und Füchse eng zusammenlebten. Daher enthalten die Kitsune-Mythen auch Elemente der ursprünglichen japanischen Kultur. (siehe auch: Kuzunoha)

Eigenschaften und Wesen

Zahlreiche Sagen stellen Kitsune als Hengeyōkai dar, Wesen mit der Gabe, menschliche Gestalt anzunehmen. In diesen Sagen tritt eine Kitsune oftmals als ausgesprochen schöne, junge Frau auf und heiratet einen Mann, oft aus wirklicher und inniger Liebe. Doch sobald dieser bemerkt, dass er mit einer Füchsin verheiratet ist, verschwindet diese auf Nimmerwiedersehen und lässt sie mit den gemeinsamen Kindern zurück. Generell haben Kitsune eine Vielzahl von übernatürlichen Kräften. Sie können Fruchtbarkeit, aber auch großes Unheil bringen. Sie können mit Schnauze oder Schwanzspitze Feuer erzeugen. Sie können praktisch jede Gestalt annehmen, wobei die einer menschlichen Frau lediglich die beliebteste ist. Zudem können sie Illusionen erzeugen, fliegen oder von Menschen Besitz ergreifen. Dabei ist zu beachten, dass die Macht der Kitsune mit zunehmendem Alter und der Anzahl ihrer Schwänze (maximal neun) zunimmt. Bei der Anzahl von neun Schwänzen wird ihnen der Status einer Gottheit zugeordnet.

Was das Wesen der Kitsune angeht, so gibt es in den Quellen unterschiedliche Aussagen. Die Füchse, die im Dienste Inaris stehen, gelten allgemein als gut, und man tut gut daran, sie durch Gebete und Opfergaben bei Laune zu halten. Sie sind auch zu Dankbarkeit fähig. In dem Märchen Die dankbaren Füchse opfern zwei Fuchseltern ihr Kind, um einem Mann zu helfen, der für seine Genesung eine Fuchsleber braucht. Die Geschichte Der bestrafte Verrat des Tanuki zeigt eine andere Seite der Kitsune, dort rächt sich ein junger Fuchs an einem Tanuki, der seine Mutter hereinlegte und sie töten ließ, indem er sie vor eine Jagdgemeinschaft lockte.

Literatur

  • Bodo Petersdorf: Märchenschatz der Welt – Märchen aus Japan, Weltbild, Augsburg 1994, ISBN 3-89350-611-X
  • Ditte und Giovanni Bandini: Who’s Who im Himmel, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2000, ISBN 3-423-32539-9
  • Anne Birell: Chinesische Mythen, Phillip Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart 2002, ISBN 3-15-010496-3
  • Richard Wilhelm: Chinesische Märchen, Eugen Diederichs Verlag, München 1958
  • Klaus Mailahn: Der Fuchs in Glaube und Mythos, Münster 2006, S. 169–213, ISBN 3-8258-9483-5
  • Karen A. Smyers: The fox and the jewel. Shared and private meanings in contemporary Japanese Inari worship, Honolulu 1999, ISBN 0-8248-2102-5
  • Johnson, T. W.: "Far Eastern Fox Lore¹", in: Asian Folklore Studies, Vol. 33/1 (1974), S. 35–68.

Weblinks

Commons: Kitsune – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. U. A. Casal: The Goblin, Fox and Badger and other Witch Animals of Japan, In: Asian Folklore Studies Jg. 18, 1959, ISSN 0385-2342, S. 1–94 (PDF; 4,9 MB) (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nanzan-u.ac.jp.

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