Schuppi / CC BY-SA 3.0

Hyampolis


Hyampolis (griechisch Ὑάμπολις (f. sg)) war eine Stadt im antiken Griechenland.

Hyampolis lag in einer Talsenke im Osten der Landschaft Phokis, etwa zweieinhalb Kilometer entfernt von Abai, nordnordwestlich von Orchomenos und südwestlich von Atalanti. Die Stadt wird schon in Homers Ilias (Schiffskatalog) erwähnt. Heute sind nur noch ein Mauerring aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. und einige andere Reste erhalten.

Die Stadt wurde vermutlich von den Hyanten gegründet. Durch Hyampolis führte die wichtigste Straße von Nord- nach Mittelgriechenland. Deshalb war die Stadt von strategisch wichtiger Bedeutung und wird oft in militärgeschichtlichen Werken erwähnt.

480 v. Chr., während der Perserkriege, wurde die Stadt von den Persern zerstört. 395 belagerten die Boioter die Stadt, konnten sie jedoch nicht einnehmen. 371 zerstörte Jason, Tyrann von Pherai, die ungeschützte Unterstadt. Im Jahr 346 v. Chr. erfolgte erneut ein Angriff, dieses Mal durch Philipp II. von Makedonien, der Hyampolis abermals zerstörte. Nach dem Wiederaufbau wurde die Stadt 198 von Titus Quinctius Flamininus erobert und fiel unter römische Herrschaft. Hadrian ließ in der Stadt bauen; auf einer Inschrift taucht auch Kaiser Septimius Severus auf.

Fünf Kilometer nördlich von Hyampolis finden sich bei Kalapodi die Reste eines zu einem Heiligtum der Artemis Elaphebolos gehörenden Tempel. Artemis Elaphebolos war die Hauptgottheit dieser Gegend und ihr zu Ehren wurden die Elaphebolia gefeiert. Anhand von Inschriften und Weihgaben lässt sich das Heiligtum in seiner ältesten Bauphase bis in geometrische Zeit zurückdatieren. 575/550 v. Chr. wurde der Tempel im klassischen Baustil ausgebaut; 426 v. Chr. wurde er bei einem Erdbeben beschädigt. Die Schäden wurden gegen Ende des Jahrhunderts ausgebessert.

Heiligtum und Stadt waren bis in die römische Kaiserzeit genutzt und besiedelt. In der Nähe des Heiligtums fand man ein Gräberfeld aus byzantinischer Zeit.

Literatur

  • Ernst Meyer: Hyampolis. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 2, Stuttgart 1967, Sp. 1255–1256.
  • R. C. S. Felsch: Kalapodi. Bericht über die Grabungen im Heiligtum der Artemis Elaphebolos und des Apollon von Hyampolis. In: Archäologischer Anzeiger 1987, S. 1–26.
  • R. C. S. Felsch: Kalapodi. Ergebnisse der Ausgrabungen im Heiligtum der Artemis und des Apollon von Hyampolis in der antiken Phokis I. Mainz 1996.

38.59166666666722.915277777778Koordinaten: 38° 35′ 30″ N, 22° 54′ 55″ O


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