Die Hattier – auch Protohattier – gehören zu den altkleinasiatischen Völkern und lebten bereits in Anatolien, als sich die Hethiter im östlichen Teil Zentralanatoliens niederließen. Ihre Selbstbezeichnung ist unbekannt, sie wurden später nach der Region Ḫatti benannt (während die Hethiter ihre Sprache Nesisch, nešili, nach der Stadt Kaneš nannten).

Die hethitische Hauptstadt Ḫattuša war eine Gründung der Hattier. Die Hethiter übernahmen später die Macht, die einheimische Bevölkerung wurde jedoch nicht vertrieben und bewahrte ihre Sprache. Das Hattische ging im 15. Jh. v. Chr. unter und lebte nur noch als Ritualsprache der Hethiter weiter.[1]

Der hattische Einfluss auf die hethitische Kultur war immens, das bezeugt u. a. der hattische Name Wurušemu für die wichtigste Göttin der hethitischen Mythologie, die Sonnengöttin von Arinna, oder die Bedeutung des ursprünglich hattischen Gottes Telipinu (hatt. Talipinu) im hethitischen Kult.

Sprache

Zu Beginn schriftlicher Überlieferung aus dem Hethiterreich war die hattische Sprache, die genetisch isoliert ist, wohl schon ausgestorben, hattische Sprüche wurden aber im sakralen Bereich noch Jahrhunderte rezitiert, wenn auch wohl kaum noch verstanden. Auch haben sich einige Substratwörter in der hethitischen Sprache erhalten.

Siehe auch

Literatur

  • Richard Hauschild: Die indogermanischen Völker und Sprachen Kleinasiens. Berlin 1964.
  • Ekrem Akurgal: The Hattian and Hittite Civilizations. Ankara 2001, ISBN 975-17-2756-1.
  • Birgit Brandau, Hartmut Schickert: Hethiter – Die unbekannte Weltmacht. 2. Auflage. München 2002, S. 15ff.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. München 2005, S. 123.