Drest († 729 bei Dromo Dergg Blathuug) war von 724 bis 726 König der Pikten. Er folgte Nechtan mac Der-Ilei, als dieser abdankte und 724 in ein Kloster eintrat.

Weder die Annalen von Ulster noch die Annalen von Tigernach nannten Drests Vater. Die älteren Versionen der Piktischen Chronik listen einfach die Namen „Drest und Elpin“ als Könige nach Nechtan auf. Laut einer späteren Version jedoch, die Nechtans zweite Regierungszeit in den Jahren 728–729 erwähnt, sei ein Talorgan der Vater von Drest gewesen. Diese Version nennt auch die ansonsten unbekannten Carnach, Sohn von Ferach, und Óengus, Sohn von Bridei, und erscheint generell unzuverlässig.

Da Nechtan zugunsten von Drest abdankte, erscheint eine Verwandtschaft zwischen ihnen als wahrscheinlich. Zahlreiche Söhne Nechtans sollen vor ihrem Vater gestorben sein, so dass daraufhin Drest, ob er nun ein Neffe, Schwiegersohn oder Cousin von Nechtan war, dessen nächster männlicher Verwandter gewesen sein dürfte. Drest war möglicherweise der Sohn jenes Talorg, Sohn von Drostan, „Bruder von Nechtan“ – ein Halbbruder oder vielleicht ein Pflegebruder –, der 713 inhaftiert worden war.

Welcher Abstammung Drest auch gewesen sein mag, so scheint seine Herrschaft jedenfalls schnell bestritten worden zu sein. 725 wurde Simul, Sohn von Drest, eingekerkert, doch ist nicht bekannt, wer diesen Inhaftierungsbefehl erließ. 726 wurde Nechtan von Drest gefangen genommen, wonach Alpín, der Elpin der Königslisten, den Drest absetzte.

728 scheinen Drest, Nechtan, Alpín und Óengus mac Fergusa in einem Kampf um den piktischen Thron verwickelt gewesen zu sein. Drest wurde 729 im Kampf gegen Óengus bei Dromo Dergg Blathuug (möglicherweise Drumderg, in der Nähe von Blairgowrie) getötet.

Es kann nur vermutet werden, dass es eine Beziehung zwischen dem hier behandelten Drest und jenem Talorgan, Sohn von Drest, König von Atholl, gibt, der 739 durch Ertränken getötet wurde. Drest, Talorgan und deren Varianten sind verbreitete piktische Namen; sie kommen zu häufig vor, als dass eine auf Basis von Anthroponymie beruhende Argumentation völlig überzeugend sein kann.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.