Consus war einer der Götter der römischen Religion, die nur durch wenige Textstellen und Inschriften belegt sind. Er war der Gott der eingebrachten Ernte. In dieser Eigenschaft bildete er ein Götterpaar mit Ops Consiva.[1] Sein Altar in der Nähe des Circus Maximus lag, wie die gelagerte Ernte, unterirdisch und wurde nur während Consus’ Festen ausgegraben.[2]

Seine Feste, genannt Consualia, wurden am 21. August (XII Kalendas Septembres)[3] nach der Getreideaussaat und am 15. Dezember nach der Ernte gefeiert. An den Festen wurden Pferde-, Maultier- und vor allem Eselrennen veranstaltet, da der Esel das geheiligte Tier des Consus war. Außerdem wurden in der Landwirtschaft eingesetzte Tiere geschmückt.[4]

Der Sage nach war Consus auch der Gott, welcher Romulus den Rat zum Raub der Sabinerinnen gab.[5] Titus Livius berichtet, dass die Sabinischen Jungfrauen während der Consularien geraubt wurden. Allerdings überliefert er das Fest als dem Neptun equestri beweiht.[6]

Noch in der Spätantike war im Circus Maximus ein Altar mit einer Weiheinschrift für Consus aufgerichtet.[7]

Literatur

  • John Scheid: Consus. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 3, Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-01473-8, Sp. 153.
  • Georg Wissowa: Religion und Kultus der Römer. 2. Aufl. 1912
  • Georg Wissowa: Consus. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 924–927 (Digitalisat).

Anmerkungen

  1. Georg Wissowa: Religion und Kultus der Römer, S. 201.
  2. Dionysios von Halikarnassos, Römische Frühgeschichte 2,31,2.
  3. Varro, De linqua Latina 6,20.
  4. Dionysios von Halikarnassos, Römische Frühgeschichte 2,33,2.
  5. Georg Wissowa: Religion und Kultus der Römer, S. 202.
  6. Titus Livius, Ab urbe condita 2,9.
  7. Tertullian, De spectaculis 5.