Der Great Byamee (Großer Byamee) ist eine Schöpfungsfigur in der Traumzeit der Aborigines. Die Figur wird durch einen Waran symbolisiert. Er ist ein demütiger wie auch gütiger Mann mit großer Weisheit, der den Menschen die Gesetze lehrte. In den Traumzeitgeschichten gibt es für den Byamee zwei Ursprungsorte, entweder den Grund des Meeres oder die Milchstraße. Byamee ist das freundlichste und fürsorglichste Schöpfungswesen der Traumzeit.

In seiner ersten Begegnung mit Menschen geriet er an zwei Frauen, die ihre Mahlsteine zur Herstellung von Nahrung verloren hatten. Nachdem sie alles abgesucht hatten und die Steine nicht fanden, rief er nach den zwei Geistern, die über den Bäumen wohnten, die die Steine aufgenommen hatten. Der große Byamee verwandelte die Frauen in Tauben, damit sie die Mahlsteine wieder zurückholen konnten. Die Tauben jagten die Geister. Da die Geister bei dieser Jagd müde wurden und sich zur Ruhe auf den Bäumen niederließen, verloren sie die Steine, die zu Boden fielen. Beim Aufprall der Mahlsteine auf dem Boden wuchsen die Gebirge, die den Menschen die Möglichkeit gaben Mahlsteine herzustellen. Diese Traumzeitgeschichte wird als Flying Grinding Stones (Fliegende Mahlsteine) erzählt.

Byamee gab dem Bullroarer Schwirrholz der Aborigines das einmalige Geräusch. Die Nutzung des Schwirrholzes hatte der All Father (Vaterfigur der Schöpfung) verboten, da dieses in der Lage ist, Geräusche zu erzeugen, die die Möglichkeit zur spirituellen Aufnahme einer Verbindung zu den Ahnen bietet. Diese Traumzeitgeschichte wird als Byamee and the Bullroarer weitergegeben.

Die Gegenspielerin von Byamee ist Yhi. Yhi ist die Angebetete der Sonne und sie verleiht den Schöpfungen von Byamee Licht und Wärme. Sie verleiht Intelligenz und das Seelenleben. Im Schöpfungsprozess der Erde wurde der Geist Byamee zu Fleisch und infolgedessen die Erde von Fluten und Dunkelheit überzogen. Byamee wurde zu seinem Missfallen und Überraschung in der Schöpfung zum Mann und einige Tiere erkannten ihn wieder. Daraufhin formte er aus dem Staub der Erde den Mann und machte die Frau aus einem Yucca-Baum (Palmlilie). Anschließend kehrte er in die Milchstraße zurück. Diese Traumzeitgeschichte heißt Byamee and Yhi.

Literatur

  • R. Lewis: The Beginner's Guide to Australian Aboriginal Art. The symbols, their meanings and some Dreamtime stories. 3. Auflage 2004, Verlag: Fountainhead Press, Canning Vale DC.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.