Der Bunyip ist ein sagenhaftes Tier, das nach Erzählungen der Aborigines in den Flüssen, Wasserlöchern und Sümpfen Australiens hausen soll.

Beschreibung

Bunyip-Darstellung, um 1890, Quelle: Illustrated Australian news

Das Aussehen des Bunyips variiert in den verschiedenen Überlieferungen beträchtlich. Wird es in einigen Darstellungen als große Schlange mit Bart und Mähne beschrieben, schildern andere Aborigines das Wesen als ein halbmenschliches Tier mit dichtem Pelz und einem langen Hals mit einem Vogelkopf. Noch eine andere Version stellt das Bunyip mit langen Walross-Stosszähnen dar. Die Legende besagt, dass Bunyips in jeder Wasserstelle lauern können und dort auf unvorsichtige Tiere oder Menschen warten, um diese in ihre nasse Ruhestätte zu ziehen und sie dort zu verschlingen. Das furchterregende Gebrüll der Bunyips soll vor allem nachts zu hören sein.

Bunyip-Darstellung von 1935, unbekannter Künstler, aus der National Library of Australia digital collections.

Mythos und Realität

Obwohl sich auch die Kryptozoologie mit dem Bunyip beschäftigt, halten die meisten Australier den Bunyip für ein reines Fabelwesen aus der Mythologie der Aborigines. Eine Theorie der Kryptozoologen besagt jedoch, dass es sich bei dem schrecklichen Bunyip auch um eine ausgestorbene Beuteltierart, das Diprotodon, handeln könnte, das vor seinem Verschwinden Eingang in die Mythologie fand und dort zu einem bösen Geist, der im Schutze des Wassers lauert, umgedeutet wurde. Eine weit verbreitete Theorie, die sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, hält den Mythos aber schlicht für einen Scherz der australischen Ureinwohner auf Kosten der im Land zunächst unbedarften europäischen Siedler.

Literatur

  • Robert Holden: Bunyips: Australia's folklore of fear. National Library of Australia, Canberra 2001, ISBN 0-642-10732-7.

Weblinks

Commons: Bunyip – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.