Berig war ein legendärer König der Goten gemäß der Überlieferung des Jordanes. Er ist historisch nicht bezeugt.

Nach ihrer bei Jordanes überlieferten Stammeslegende (Origo gentis) stammten die Goten von einer Insel namens Scandza. König Berig führte sie angeblich auf drei Schiffen, auf dem langsamsten befanden sich die Gepiden (nach dem gotischen Wort gepanta für „langsam“, „träge“), nach Gothiscandza. Dort besiegten sie der Origo zufolge die Rugier und Vandalen. Sie siedelten dann angeblich fünf Generationen lang in Gothiscandza, bis sie dann unter dem legendären König Filimer südostwärts zum Schwarzen Meer zogen.

Die Herkunft der Goten aus Südskandinavien ist archäologisch nicht nachgewiesen; in der modernen Forschung wird dies für weniger wahrscheinlich gehalten und der Bericht des Jordanes als topische Herkunftssage betrachtet. Die Präsenz im heutigen Polen im 1. und 2. Jahrhundert wird hingegen von mehreren antiken Geschichtsschreibern bestätigt. Auch fand sich bei Gródek am Bug ein gotisches Gräberfeld. Etwas entfernt fand sich zusätzlich das Skelett einer Frau, die in einem rituellen Schiff beerdigt wurde. Dieser Umstand legt eine Verbindung zu Skandinavien nahe. Um das Jahr 175 begann die Wanderung der Goten nach Südosten, nachdem sie sich bereits über Generationen hinweg immer weiter nach Süden bewegt hatten, um nach besseren Siedlungsgebieten zu suchen.

Literatur

  • Walter Pohl: Goten: Historisches, in Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 2. Aufl., Bd. 12 (Berlin, New York 1998), 427–443.
  • Herwig Wolfram: Die Goten. 4. Aufl. München 2001.