Bügelfibel


Bajuwarische Bügelfibel aus Waging am See (7. Jahrhundert).
Prunkvolle Bügelfibel aus einem Frauengrab bei Untersiebenbrunn, frühes 5. Jhd.

Bügelfibeln sind eine Formengruppe von frühmittelalterlichen Fibeln, die im 5. bis 7. Jahrhundert als Bestandteil einer germanischen Frauentracht, der sogenannten Vierfibeltracht in Mode kamen. Sie wurden gewöhnlich paarweise übereinander zur Befestigung einer Amulettkette oder eines Gehängebands im Schossbereich eines tunikaartigen Kleides getragen und galten als Statussymbol.

Beschreibung

Idealisierte Umzeichung einer Bügelfibel Typ Hahnheim (Form 1).

Bügelfibeln wurden meist aus Silber oder aus Bronze gegossen und sind häufig vergoldet. Sie wurden in der Regel paarweise in Verbindung mit einer Amulettkette oder einem Gehängeband getragen.[1] Im Design gehen sie auf ostgermanische, gotische Ursprungsformen aus dem Donaugebiet zurück.[2]

Die ursprünglichen ostgermanischen Blechfibeln bestehen aus zwei Platten, die miteinander mit einem Bügel verbunden sind. Spätere Exemplare sind aus einem Stück gegossen, wobei der dreiteilige Charakter erhalten blieb. Die Kopfplatte (Spiralplatte) ist rechteckig oder halbrund und mit eingravierten Ornamenten verziert. Auf der Rückseite der Kopfplatte ist eine Nadel befestigt, die durch den Bügel in Spannung gehalten wird. Fest gemacht wird die Nadel unterhalb der zweiten Platte, der sogenannten Haken- oder Fußplatte. Die verschiedenen Elemente sind häufig mit geometrischen Mustern verziert.

Verbreitung

Ausgehend vom ostgotischen Siedlungsraum kommen Bügelfibeln ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts bei germanischen Frauentrachten, insbesondere bei den sogenannten Vierfibeltrachten, in Mode und bleiben bis ins 7. Jahrhundert nachweisbar.

Siehe auch

Literatur

  • Herbert Kühn: Die germanischen Bügelfibeln der Völkerwanderungszeit in der Rheinprovinz. In: Rheinischen Forschungen zur Vorgeschichte Band 4.Bonn 1940.
  • Herbert Kühn: Die Bügelfibeln der Völkerwanderungszeit in Nord- und ehemaligen Ost-Deutschland. Graz 1979.
  • Rosemarie Müller, Heiko SteuerFibel und Fibeltracht. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 8, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1994, S. 541–545.
  • Joachim Werner: Katalog der Sammlung Diergardt. Band 1: Die Fibeln. Berlin 1961
  • Gudula Zeller: Tracht der Frauen. In: Alfried Wieczorek, Patrick Périn, Karin von Welck, Wilfried Menghin: Die Franken – Les Francs. Band 2. Zabern, Mainz 1996. S. 673ff.

Anmerkungen

  1. Zeller (1996), S. 673f.
  2. Müller, Steuer (1994), S. 560.

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