Asháninka


Asháninka im brasilianischen Bundesstaat Acre
Asháninka in der peruanischen Region Ucayali

Die Asháninka oder Asháninca (abschätzig auch: "Campa" oder "Kampa") sind ein indigenes Volk der Arawak im östlichen Peru und westlichen Brasilien.

Der Name bezieht sich auf eine Volksgruppe, die im Tropenwald des westlichen Amazonasbecken im Einzugsbereich der Flüsse Apurímac, Ene, Perené, Tambo wohnt, am Ostrand der Cordillera Occidental der Anden.

Bevölkerung

Die Asháninka (der Name bedeutet Brüder der Menschen) werden auf zwischen 25.000 und 65.000 Personen geschätzt. Nur wenige hundert davon leben auf der brasilianischen Seite. Auf der peruanischen Seite sind die Asháninka unter den rund 65 indigenen Volksgruppen der östlichen Regenwaldgebiete, zu denen insgesamt 300.000 Menschen gehören, die größte Gruppe.

Es leben etwa 900 Asháninka auf der brasilianischen Seite. Sie stammen ursprünglich aus Peru. Man nimmt an, dass sie am Ende des 19. Jahrhunderts in das heutige brasilianische Gebiet auswanderten. Grund dafür waren die peruanischen Kautschukbarone, vor denen sie flüchteten. Heute leben sie in Brasilien, im Bundesstaat Acre, in 5 verschiedenen Gebieten, die sich alle am Fluss Juruá und seinen Nebenflüssen Breu, Amônia, Envira und Primavera befinden. Über die Hälfte der Asháninka leben am Fluss Amônia.[1]


Das Asháninka-Volk besteht aus sieben Untergruppen, die verstreut über 200 Siedlungen entlang der Dschungeltäler leben; die wichtigsten sind die Cutivireni, die Perené Asheninga, die Atsiri, die Nomatsiguenga, und die Caquinteo.

Sprache

Die Sprache der Asháninka gehört zu den vorandinen Arawak-Sprachen. Sie sprechen unterschiedliche Dialekte, wie Asheninka Pajonal, Asheninka Perené, Asheninka Pichis oder Acheninka Ucayali-Yurua, verstehen jeweils aber auch die Dialekte der anderen Sprachengruppen. Nahe verwandt ist die Sprache der Machiguenga.

Lebensweise

Die traditionellen Asháninka leben von der Subsistenzwirtschaft. Sie betreiben Brandrodungsfeldbau, um im Regenwald in nachhaltiger Anbauweise Felder anzulegen und Yuca anzupflanzen, außerdem Süßkartoffeln, Mais, Bananen, Reis, Kaffee, Kakao und Zuckerrohr.

Bekannt ist auch ihr berauschendes Getränk K'atú, das von Schamanen zubereitet und verabreicht wird.

Die Ashaninka verfügen über vergleichsweise wenige Rituale oder physische Sakralgegenstände. Typisch ist die Kuschma, ein vermutlich an die Inka-Kleidung angelehntes Kleidungsstück in Form einer Kutte. Schamanen verwenden Ayahuasca. Der Lauf der Flüsse dominiert die Mythologie, im Gegensatz zu den Himmelsrichtungen bei anderen Ethnien des Tieflandes. Ein starker Dualismus beherrscht die Geisterwelt, entweder gute oder böse, Dämonen oder gute Geister existieren. Darüber hinaus herrscht der Glaube an Hexerei vor. In der Vergangenheit wurden oftmals Kinder, v. a. Mädchen, den Missionaren übergeben, um sie vor Lynchung zu schützen. Missionare und andere beteiligten sich lange am Menschenhandel mit Ashaninka-Kindern, um sie zu Haussklaven zu erziehen.

Messianismus

Die Ashaninka hängen einem starken Messianismus an: Sie glauben an die Wiederkunft eines 'itomi pava', eines Sohns der Sonne, der mit dem Inka häufig in eins gesetzt wird – ähnlich dem Inkarrí-Mythos der Quechuas im Andenhochland. Die Asháninka bildeten den Kern der Aufstandsbewegung unter Juan Santos Atahualpa im 18. Jahrhundert, die zahlreiche Ethnien des peruanischen Amazonastieflandes umfasste und die Spanier bzw. Weißen für ein Jahrhundert aus der Region vertrieb. Im 19. Jahrhundert folgte allerdings zumindest ein Teil der Asháninka kurze Zeit dem Kautschukbaron Carlos Fermín Fitzcarrald und dem Missionar Ferdinand Stahl. Mitte der 1950er hielten zahlreiche Ashaninka den schwarzen Guerillaführer Guillermo Lobaton für die Wiederkunft des Inka und unterstützten den Guerillakrieg des Movimiento de Izquierda Revolucionaria (MIR). In der Folgezeit waren die Ashaninka Opfer von Zwangsrekrutierungen, Zwangsarbeit und Massakern durch den Sendero Luminoso und die MRTA. 1989 verübten Kämpfer der MRTA Racheakte an Ashaninka, die der Kollaboration gegen die MIR-Bewegung im Guerillakrieg von 1965 bezichtigt wurden. Ashaninka erklärten daraufhin der MRTA den Krieg und besetzten die Stadt Puerto Bermúdaz, um der Regierung MRTA-Kämpfer auszuliefern.

Unterstützung

Um die Asháninkas zu unterstützen, wird in München der so genannte "München Kaffee" aus Fairem Handel verkauft, von dem pro verkauften Kilogramm 20 Cent dem Präsidenten der Asháninka (Guillermo Naco) überreicht wurden. Die Aktion wird vom 3. Bürgermeister Hep Monatzeder unterstützt.

Siehe auch

Literatur

  • Jeremy Narby, Die kosmische Schlange: Auf den Pfaden der Schamanen zu den Ursprüngen modernen Wissens. ISBN 3-608-93518-5
  • Eduardo Fernandez, Michael F- Brown: War of Shadows - The Struggle for Utopia in the Peruvian Amazon. University of California Press. Berkley 1993. ISBN 0-520-07448-3

Weblinks

Einzelnachweise

  1. www.nordsuedforum.de, S. 8, pdf, abgerufen am 7. April 2013

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