Šekeleš


Šekeleš in Hieroglyphen
SA
A
k
A
rw
Z1
SAT14N25

Škrš / Š3-k3-r-š
die Schekelesch, Schekraschäher

Die Šekeleš gehören zu den sogenannten Seevölkern, die in mehreren ägyptischen Quellen des Neuen Reiches verzeichnet sind und zu weitreichenden Spekulationen Anlass gaben.

Belege

Die Šekeleš werden zuerst auf Inschriften in Karnak und Athribis im 5. Jahr des Merenptah (Baenre-hotephirmaat, 1213–1203, 19. Dynastie) als Hilfstruppen des libyschen Herrschers Merju erwähnt, zusammen mit den Šrdn (Šardana) und Eqeš (Ekwesch).

Auf den Reliefs von Medinet Habu sind die Träger eines Hörnerhelms mit Knopf oder Scheibe als šklš bezeichnet. Sie werden einheitlich mit einem kurzen Rock dargestellt und sind meist bartlos. Oft tragen sie Panzer. Die Bewaffnung besteht aus einem runden Schild, Speer, Lanze und Schwert. Ihre Schiffe sind einheitlichen Typs mit Segeln und einem Vogelkopf an beiden Enden. Ob sie Ruder besaßen, ist umstritten.

In einem Onomastikon des Amenhotep (frühes 11. Jahrhundert) werden die Städte Askalon, Aschdod, Gaza und Ascher aufgeführt, dann die Völker der Šardana, Šekeleš und Philister. Daraus wurde geschlossen, dass diese Stämme Teile Palästinas beherrschten.

In der Geschichte des Wenamun, eines Priesters im Amun-Tempel in Karnak berichtet dieser von seiner Mission nach Byblos, wo er Zedernholz kaufen will. Als er Dor erreicht, „eine Stadt der Tjeker“, lässt ihm der Herrscher Beder 50 Brote, einen Krug Wein und ein Rinderbein bringen. Später sieht Wen-Amun elf Schiffe der Šekeleš im Hafen von Byblos, die Beder geschickt hat, um ihn verhaften zu lassen.

Siedlungsgebiet

Aus diesen Quellen schließen israelische Archäologen, dass sich die Šekeleš an der Karmelküste und dem nördlichen Scharon angesiedelt hatten. Nach E. Stern [1] lassen sich „Philister“ und „Šekeleš“ jedoch anhand der materiellen Kultur nicht unterscheiden

Oft werden Funde mykenischer SH III C oder zypro-mykenischer LC III- Keramik als Beleg für eine Besiedlung durch die Seevölker benutzt. Auf diese Weise ordnet Moshe Kochavi Tel Zeros bei Madera, Tel Akko und Tel Keisan dem Siedlungsraum der Šekeleš zu. In Dor fand sich SH III C Keramik, zusammen mit wenigen Scherben der bichromen sog. Philistischen Keramik vor allem in Schnitt B1 in einer Schicht, die in die Mitte des 11. Jh datiert wird. Hier wurde auch eine zypriotische Elfenbeinplakette gefunden, ein zypriotisches Rollsiegel ist ohne Kontext. Die „Šekeleš-Schichten“ enden mit einem massiven Zerstörungshorizont.

Herkunft

Der Ägyptologe Henry Reginald Holland Hall [2] identifizierte die Šekeleš (Tchakarai) mit den Teukrern und die Danuna mit den Danaern. Die Šekeleš wurden auch Sikiler vokalisiert, was zur Deutung als Sikanen oder Sikeler aus Sizilien führte.

Bei den Šekeleš der ägyptischen Quellen scheint es sich um Piraten von den griechischen Inseln, Zypern oder dem griechischen Festland zu handeln. Mykenische und zypro-mykenische Funde in Palästina sind vermutlich eher auf mykenische Händler zurückzuführen, wenn natürlich nicht auszuschließen ist, dass es Abenteurern gelegentlich kurzfristig gelang, die Herrschaft in der ein oder anderen Küstenstadt an sich zu reißen. Archäologische Belege für größere Bevölkerungsbewegungen („Seevölkersturm“) liegen jedenfalls nicht vor.

Literatur

  • Ephraim Stern: Dor, Ruler of the Seas. Israel Exploration Society, Jerusalem 2000. ISBN 965-221-042-0
  • Abraham Malamat: The Egyptian decline in Canaan and the Sea-Peoples. Massadah, Tel-Aviv 1971.
  • N. K. Sandars: The sea peoples, warriors of the ancient Mediterranean 1250—1150 BC. Thames and Hudson, London 1985. ISBN 0-500-27387-1
  • H. R. Hall: The oldest civilisation of Greece. Studies of the Mycenean Age. London/Philadelphia 1901.

Einzelnachweise

  1. Ephraim Stern: Dor, Ruler of the Seas. Israel Exploration Society, Jerusalem 2000, 97
  2. H. R. Hall: The oldest civilisation of Greece. Studies of the Mycenean Age. London/Philadelphia 1901

Diese Artikel könnten dir auch gefallen