Kenyanthropus platyops


Letzte Meldung:   Früher trug man bunt: Chemiker erforschen Jahrtausende alte Stoffe   –  Auch vor Tausenden von Jahren haben die Menschen schon Kleidung mit bunten Mustern getragen. Für deren Herstellung nutzten sie verschiedene Farbstoffe aus dem Tier- und Pflanzenreich. Das zeigen neue Analysen von Chemikern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), die mehrere Jahrtausende alte Textilien aus China und Peru untersucht haben. Im Fachjournal "Scientific Reports" beschreiben sie ein neues Verfahren, mit dem sich die räumliche Verteilung der Farbstoffe in Textilproben und somit auch deren Muster rekonstruieren lassen.....

Meave Leakey und Justus Erus fanden im Jahr 1999 in Lomekwi, an der Westseite des Turkanasees in Kenia die außergewöhnlichen Fossilien eines bis dahin unbekannten Homininen.

Ausgegraben wurden mehr als 30 Schädel- und Zahnfragmente, von denen einige dieser neuen Art zuzuordnen sind, andere noch gar nicht. Darunter befindet sich auch ein vollständiges Cranium mit der Katalognummer KNM-WT 40000.

Der Kenyanthropus platyops weist verschiedene Charakteristika auf, die alle einzeln bekannt sind, aber verschiedenen Spezies zugeordnet wurden. Die kleine Ohröffnung ist dem Australopithecus anamensis ähnlich, ebenfalls die Backenzähne mit starkem Zahnschmelz und das kleine Gehirn (Australopithecus hatte ein Gehirnvolumen von etwa ein Drittel des heutigen Menschen) sowie die Nasenform, die derartig auch der Australopithecus afarensis aufweisen.


Steckbrief!

Spezies: Kenyanthropus platyops
Gehirngröße: 350 cm³
lebte vor: ca. 3,5 bis 3,2 Millionen Jahren
Lebensraum: Ostafrika
Entdecker: Justus Erus, Meave Leakey
Holotypus: KNM-WT 40000
Fundorte: klick

Aber der Schädel weist auch klare Merkmale wie z.B. die Wurzel des Wangenbeins auf, die ihn vom Australopithecus anamensis, A. afarensis und A. africanus unterscheiden. Ebenso gibt es entscheidende Merkmale, die eine klare Zugehörigkeit zu Australopithecus garhi oder Paranthropus ausschließen. Einige Ähnlichkeiten weist er dagegen mit dem Homo rudolfensis auf, der seinerseits einiges mit dem Paranthropus teilt.

Literatur

  • Meave G. Leakey, Fred Spoor, Frank H. Brown, Patrick N. Gathogo, Christopher Kiarie, Louise N. Leakey und Ian McDougall: New hominin genus from eastern Africa shows diverse middle Pliocene lineages. Nature 410, 2001, S. 433-440, DOI:10.1038/35068500