Istállóskö-Höhle, Ungarn

Letzte Meldung:   Neandertaler ernährten sich wirklich hauptsächlich von Fleisch   –  Eine Besonderheit des modernen Menschen ist sein regelmäßiger Fischkonsum, was sich durch die Analyse von Stickstoffisotopen in Knochen- oder Zahnkollagen nachweisen lässt. Forschende vom MPI für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig maßen nun bei zwei späten Neandertalern außergewöhnlich hohe Stickstoffisotopenwerte, was traditionell für den Konsum von Süßwasserfisch steht. Eine Analyse der Isotopenwerte einzelner Aminosäuren ergab jedoch, dass sich der erwachsene Neandertaler nicht von Fisch, sondern von großen pflanzenfressenden Säugetieren ernährt hatte. Der zweite Neandertaler war ei....

Fundort: Istállóskö-Höhle, Bükkgebirge, im Komitat Heves, (Nordungarn) , Ungarn
Spezies: Homo sapiens
Fossil: Lautscher Spitzen, Knochenflöte (ca. 45.000 Jahre alt
Geschätztes Alter: 38.000 Jahre, Datierung basierend auf Radiokohlenstoff-Datierung
Kultur: Aurignacien
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Eingang in die Istállós-kő

In der 535 m hoch gelegenen Istállóskö-Höhle (ungarisch Istállós-kői-barlang) wurden Steingeräge und Speerspitzen aus Knochen gefunden, die man der Kulturstufe des Aurignacien zuordnen kann. Der Istállós-kő ist mit 959 m der höchste Gipfel im Bükkgebirge.

Die untere Schicht der Höhle enthielt etwa 50 aus Knochen hergestellte Speerspitzen mit gespaltener Basis, die zu den Aurignacspitzen zählen. Die obere, subarktische Schicht erreicht ein Alter von rund 31.000 Jahren, was durch Radiokohlenstoffdatierungen erhärtet wurde. Diese Schicht enthält Speerspitzen eines anderen Typs, der keine gespaltene, sondern eine massive Basis aufweist. Solche Knochenspitzen werden Lautscher Spitzen genannt. Die mit Steinen eingefasste Feuerstelle von drei mal vier Metern enthielt außer Holzkohle zahlreiche Tierknochen, zu 80 % diejenigen von jungen Höhlenbären. Anhand der gefundenen Penisknochen handelte es sich um etwa 2000 Tiere. Eine Besonderheit ist eine etwa 45.000 Jahre alte, 12 cm lange Knochenflöte.


Literatur

  • Hugo Gross: Das Mittelwürm in Mitteleuropa und angrenzenden Gebieten. Eiszeitalter und Gegenwart, 15, S. 187-198, Öhringen 1964, S. 188-189

Koordinaten

  • 48.071667° N, 20.418888° E von Henry Gilbert,
     

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