Göbekli Tepe, Türkei

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Fundort: Göbekli Tepe, Şanlıurfa, Südostanatolien, Türkei
Spezies: Homo sapiens
Geschätztes Alter: 11.000 Jahre
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Steinsäule mit Relief eines Fuchses

Göbekli Tepe ist eine archäologische Stätte auf einem Hügelkamm im südöstlichen Anatolien der heutigen Türkei, ca. 12 km nordöstlich der Stadt Şanlıurfa. Der Hübel ist etwa 15 m hoch mit einem Durchmesser von ca. 300 m. Er befindet sich ungefähr 760 m über dem Meeresspiegel und wird seit Mitte der 1990er Jahre unter Federführung des Deutschen Archäologischen Instituts ausgegraben und erforscht. Bei diesen Arbeiten wurden bisher etwa 1,5 % des Areals freigelegt.

Das Gebiet scheint während zwei Phasen von Jägern-und-Sammlern rituell genutzt worden sein, wobei die ältere Phase bis in das 10. Jahrtausend v.Chr. zurückreicht. Während diser ersten Phase errichteten die Menschen Kreise aus massiven T-förmigen Steinsäulen - die weltweit ältesten bekannten Megalithen. Aufgrund von geophysikalischen Analysen könnte es noch mehr als 200 Säulen in etwa 20 Kreisen geben. Jede Säule hat eine Höhe von bis zu 6 m und ein Gewicht von bis zu 20 Tonnen. Die Säulen waren in aus dem anstehenden Fels geschlagene Sockel eingepasst. In der zweiten Phase, dem präkeramischen Neolithikum B (PPNB), sind die aufgerichteten Säulen kleiner und standen in rechteckigen Räumen mit Fußböden aus poliertem Kalk.

Welche Funktion die Anlage und die Steinsäulen hatten, bleibt ein Rätsel. Das archäologische Team wurde ab 1996 bis zu seinem Tod 2014 von Klaus Schmidt geleitet. Schmidt glaubte, dass der Ort ein frühes neolithisches Heiligtum war und nicht als Siedlung genutzt wurde.


Literatur

  • Klaus Schmidt. 2009. Göbekli Tepe - Eine Beschreibung der wichtigsten Befunde erstellt nach den Arbeiten der Grabungsteams der Jahre 1995-2007. In: Erste Tempel - Frühe Siedlungen. 12000 Jahre Kunst und Kultur. Oldenburg, p. 188.

Koordinaten

  • 37.217030° N, 38.854210° E von Henry Gilbert,
     

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