Einhornhöhle, Deutschland

Fundort: Einhornhöhle, Scharzfeld, Harz, Deutschland
Spezies: Homo neanderthalensis
Geschätztes Alter: 143500 Jahre, Datierung basierend auf Uran/Thorium-Methode
Kultur: Mousterien

Letzte Meldung:   Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren   –  Als der moderne Mensch Afrika verließ, vermischte er sich mit dem Neandertaler und dem Denisova-Menschen. Ein Forschungsteam hat nun DNA-Fragmente untersucht, die diese ausgestorbenen Homininen an moderne Menschen weitergegeben haben, deren Nachfahren heute auf den Inseln Südostasiens und in Papua-Neuguinea leben. Dabei stellten sie fest, dass nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Denisovaner-Linien – die sich schon vor Hundertausenden von Jahren voneinander getrennt hatten – Erbgut an die Vorfahren der Papua weitergegeben haben. Eine der beiden Denisova-Linien unterscheidet sich von der anderen so sehr, dass es sich bei ihr sogar um eine völlig neue Urmenschen-Gruppe handeln könnte.....

Die Einhornhöhle befindet sich etwa 1,5 Kilometer nördlich der Ortschaft Scharzfeld im Landkreis Osterode am Harz. Sie liegt im Gebiet der sog. Brandköpfe, die hier ein Plateau bilden, etwa 150 Meter über der Talsohle des nahen Odertales. Die Einhornhöhle entstand im Perm im Zechsteindolomit, wo die allmähliche Verwitterung seit Jahrhunderttausenden zur Enstehung von Höhlensystemen geführt hat.

Die Grabungen von 1985-1988 wurden an vier verschiedenen Stellen der Einhornöhle durchgeführt. Überall wurden Steinartefakte gefunden und somit war der Nachweis der Anwesenheit des „Urmenschen“ in der Einhornhöhle gelungen.

Aufgrund ihrer technologischen Kennzeichen scheint es sicher zu sein, dass die Steinartefakte älter als 40.000 Jahre sind. Die Absolutdatierungen und die Faunenzusammensetzung der in den gleichen Schichten gefundenen Tierknochen zeigt eine zeitliche Stellung der Artefakte von der mittleren Weichsel-Kaltzeit bis in die Eem-Warmzeit an, d.h. in den Sedimenten spiegelt sich eine Abfolge der Besiedlung der Höhle im Zeitraum vor ca. 130.000 bis 70.000 Jahren vor heute wider.

Die Funde aller Ausgrabungen in den pleistozänen Schichten der Einhornhöhle werden eindeutig von Knochen und Zähnen des Höhlenbären dominiert. Diesen Funden schrieb man schon in der Vergangenheit eine besondere Bedeutung zu, da an ihnen die Evolutionsphasen und die Ausbildung der Zähne erforscht werden konnten. Diese zeigen im Gegensatz zu den Zähnen anderer Raubtiere, dass sich Höhlenbären im Laufe des Eiszeitalters mit fortlaufender Veränderung ihres Gebisses vom Fleischfresser weg zu fast reinen Pflanzenfressern entwickelten. Der „Einhornhöhlenbär“ steht hinsichtlich seiner Entwicklung zwischen den primitiven Bären des älteren Eiszeitalters (Ursus etruscus und Ursus deningeri) und dem voll entwickelten Höhlenbären in der Endphase der letzten Eiszeit (Ursus spelaeus), wie er der Wissenschaft vor allem aus Süddeutschland und dem alpinen Raum bekannt ist. Vergleichbares gibt es nur aus wenigen Höhlen.

Weblink: Die Einhornhöhle - Bühne der Verborgenheit




Literatur

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