Dmanisi, Georgien

Letzte Meldung:   Auf den archäologischen Zahn gefühlt: genetische Spurensuche was für ein Schwein Hallstatt hatte   –  Hallstatt wird seit der Bronzezeit als Salzquelle auch zum Pökeln von Fleisch geschätzt. Knochen- und Zahnfunde belegen eine gut funktionierende Fleischindustrie vor allem mit Schweinen. Was für einen genetischen Ursprung die verarbeiteten Tiere hatten, können Erbgutreste in den Fundstücken verraten. Forschenden der Vetmeduni Vienna und des Naturhistorischen Museums Wien gelang es mit einer speziell entwickelten Methode die prähistorischen DNA-Spurenelemente zu extrahieren und zu analysieren. Ihre in BMC Research Notes veröffentlichte Studie zeigt nun als ersten....

Fundort: Dmanisi, südwestlich von Tiflis, Ost-Georgien, Georgien
Spezies: Homo erectus, ergaster , (Homo georgicus)
Fossil: D2700, der Schädelfund ähnelt in vielen Einzelheiten dem afrikanischen Homo ergaster
Geschätztes Alter: 1.700.000 Jahre, Datierung basierend auf Kalium-Argon-Methode, Paläomagnetismus
Kultur: Oldowan

Dmanisi ist eine Fundstelle in Georgien zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer.

Die Datierung der homininen Fossilien, die unter einer mittelalterlichen Burganlage aus dem neunten bis vierzehnten Jahrhundert an der antiken Seidenstraße gefunden wurden, sorgte 1991 für einige Verwirrung unter den Paläoanthropologen, denn mit einem Alter von 1,8 Millionen Jahren hätten die beiden fossilen Schädel an einem ostafrikanischen Fundort durchaus nicht deplaziert gewirkt.

Die Überreste von Homo georgicus, so der wissenschaftliche Name dieses frühen Menschen, wurden in Ablagerungen aus Sand und Vulkanasche unter der mittelalterlichen Stadt gefunden. Dmanisi liegt in der Regon des »Kleinen Kaukasus« auf einem Basalthügel aus Dolerit, etwa 80 Meter oberhalb der Vereinigung der beiden Flüsse Pinezaouri und Masavera und etwa achtzig Kilometer südwestlich von Tiflis.

Langsam fließendes Wasser hat den Sand und die Asche in Schichten bis zu einer Tiefe von 4 Metern abgelagert und - zum Glück für die Wissenschaft - oberhalb eines alten Basaltstroms. Eine dünne Kruste aus Kalkstein (30 mm bis 40 cm dick), die sich nach der Ablagerung aus dem Grundwasser bildete, teilt die Sedimente in eine untere Schicht A und eine obere Schicht B. Die Oberseite der Schicht A - knapp unterhalb der Kalkkruste - spiegelt eine Zeitspanne wider, in der etwas Erosion aber keine Ablagerungen stattfanden.

Diese Periode der leichten Erosion grub Rinnen in die A-Ablagerungen, die dann von der darüberliegenden Schicht B aufgefüllt wurden. Sand und Asche der B-Schicht liegen daher in gleicher Tiefe wie die A-Schicht über dem Basaltstrom. Die meisten menschlichen Überreste wurden in einer Rinne gefunden, die von den Ablagerungen der B-Schicht gefüllt wurde. Da die Fossilien von relativ langsamen Wasserbewegungen nach nur kurzen Distanzen abgelagert wurden, sind sie gut erhalten, allerdings zerbrechlich und nur wenig mineralisiert.


Literatur

  • Gabounia, L. , M-A de Lumley, V. Abesalom, D. Lordkipanidze und H. de Lumley. 2002. Découverte du´ un nouvel hominidé à Dmanisse (Transcaucasie, Géorgie). C. R. Palevol. v. 1: 243-253

Koordinaten

  • 41.337700° N, 44.347599° E von Henry Gilbert,
     

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