Dmanisi, Georgien

Fundort: Dmanisi, südwestlich von Tiflis, Ost-Georgien, Georgien
Spezies: Homo erectus, ergaster , (Homo georgicus)
Fossil: D2700, der Schädelfund ähnelt in vielen Einzelheiten dem afrikanischen Homo ergaster
Geschätztes Alter: 1700000 Jahre, Datierung basierend auf Kalium-Argon-Methode, Paläomagnetismus
Kultur: Oldowan

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Dmanisi ist eine Fundstelle in Georgien zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer.

Die Datierung der homininen Fossilien, die unter einer mittelalterlichen Burganlage aus dem neunten bis vierzehnten Jahrhundert an der antiken Seidenstraße gefunden wurden, sorgte 1991 für einige Verwirrung unter den Paläoanthropologen, denn mit einem Alter von 1,8 Millionen Jahren hätten die beiden fossilen Schädel an einem ostafrikanischen Fundort durchaus nicht deplaziert gewirkt.

Die Überreste von Homo georgicus, so der wissenschaftliche Name dieses frühen Menschen, wurden in Ablagerungen aus Sand und Vulkanasche unter der mittelalterlichen Stadt gefunden. Dmanisi liegt in der Regon des »Kleinen Kaukasus« auf einem Basalthügel aus Dolerit, etwa 80 Meter oberhalb der Vereinigung der beiden Flüsse Pinezaouri und Masavera und etwa achtzig Kilometer südwestlich von Tiflis.

Langsam fließendes Wasser hat den Sand und die Asche in Schichten bis zu einer Tiefe von 4 Metern abgelagert und - zum Glück für die Wissenschaft - oberhalb eines alten Basaltstroms. Eine dünne Kruste aus Kalkstein (30 mm bis 40 cm dick), die sich nach der Ablagerung aus dem Grundwasser bildete, teilt die Sedimente in eine untere Schicht A und eine obere Schicht B. Die Oberseite der Schicht A - knapp unterhalb der Kalkkruste - spiegelt eine Zeitspanne wider, in der etwas Erosion aber keine Ablagerungen stattfanden.

Diese Periode der leichten Erosion grub Rinnen in die A-Ablagerungen, die dann von der darüberliegenden Schicht B aufgefüllt wurden. Sand und Asche der B-Schicht liegen daher in gleicher Tiefe wie die A-Schicht über dem Basaltstrom. Die meisten menschlichen Überreste wurden in einer Rinne gefunden, die von den Ablagerungen der B-Schicht gefüllt wurde. Da die Fossilien von relativ langsamen Wasserbewegungen nach nur kurzen Distanzen abgelagert wurden, sind sie gut erhalten, allerdings zerbrechlich und nur wenig mineralisiert.



Fundstücke Nachfolgende Fotos © Human Evolution Research Center, (US-Lizenz Fair Use)

Homo erectus ergaster
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D 2280

CRA (calvarium)

Homo erectus ergaster
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D 2282

CRA

Homo erectus ergaster
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D 211

MAN


Literatur

Koordinaten