Yanacona bezeichnete bei den Inka eine soziale Klasse von Sklaven bzw. Leibeigenen, die im Unterschied zu gewöhnlichen Untertanen (hatunrunas) keiner Familiensippe (ayllu) angehörten. In den karibischen Indio-Gesellschaften (z. B. auf Kuba) wurden solche Leibeigenen naboria genannt.

Yanacona waren ursprünglich von Tribut und Zwangsarbeit (Mita) befreit. Sie waren sozial mobiler als ayllu-Angehörige, jedoch zu Lasten ihrer sozialen Stabilität. Sie waren in verschiedenen Gesellschaftsschichten tätig, z. B. als Hirten, Handwerker, Tempeldiener oder als Administratoren des Inka-Adels.

Im Zuge der Conquista wurde ihr sklavenähnlicher Status aufgehoben, viele Yanacona traten in die Dienste spanischer Kolonialherren. Zu Beginn der spanischen Silberexploitation in Potosí Mitte des 16. Jahrhunderts waren Yanacona die ersten Minenarbeiter.

In der späteren Kolonialzeit bezog sich die Bezeichnung auf Indios, die auf Hazienden arbeiteten (yanacona de hacienda), sowie auf Lohnarbeiter in den Städten: Bedienstete staatlicher und kirchlicher Institutionen (yanacona del Rey) und "freie" Yanacona (yanacona libres), zu denen hauptsächlich Handwerker zählten. Viele Yanacona waren aus ihren Dörfern vor Mita und Tribut geflohen. Sie nahmen dabei oft einen neuen spanischen Namen an und verbargen ihre Herkunft.

In Cauca, Kolumbien, lebt eine Indio-Gruppe namens Pueblo Yanacona.

Literatur


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