Wolfgang David (* 1961 in Kassel) ist ein deutscher Prähistorischer Archäologe und Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt am Main.

Werdegang

Nach dem Abitur am Friedrichsgymnasium Kassel und einem fünfzehnmonatigen Grundwehrdienst bei der Heeresflugabwehrtruppe in Rendsburg und Kassel studierte David Vor- und Frühgeschichte, Provinzialrömische Archäologie und Alte Geschichte an den Universitäten München, Bonn und Saarbrücken. An der Universität München machte er 1987 das Magisterexamen und wurde ebendort 1993 mit einer Dissertation über karpatenländische Bronzen der ausgehenden älteren und beginnenden mittleren Bronzezeit von Georg Kossack promoviert. Von 1991 bis 2004 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologe der Ludwig-Maximilians-Universität München. In seiner wissenschaftlichen Arbeit widmet sich David neben der Bronzezeit der Archäologie und Geschichte der Kelten. Ein weiteres Forschungsfeld umfasst die Archäologie des 20. Jahrhunderts, insbesondere Ausgrabungen im ehemaligen Konzentrationslager Dachau.

2014 wurde David zum Korrespondierenden Mitglied des Deutschen Archäologischen Institutes und des Istituto Italiano di Preistoria e Protostoria gewählt.

David war von 2005 bis 2017 Leiter des 2006 neueröffneten Kelten Römer Museums in Manching, einem Staatlichen Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München. Ferner ist David Lehrbeauftragter für Vor- und Frühgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Am 1. Januar 2018 trat Wolfgang David die Nachfolge von Egon Wamers als leitender Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt am Main an.[1][2] Er ist Mitglied der Frankfurter Historischen Kommission.

Weblinks

Publikationen (Auswahl)

  • Studien zu Ornamentik und Datierung der bronzezeitlichen Depotfundgruppe Hajdúsámson-Apa-Ighiel-Zajta (zugleich Diss. an der Ludwig-Maximilians-Universität in München 1993). Bibliotheca Musei Apulensis 18, Alba Iulia [Karlsburg/Weissenburg], Altip 2002.
  • Ursprung der keltischen Archäologie: Die Brücke von La Tène – ein Schauplatz grausamer Menschenopfer? Begleitheft zur Ausstellung im kelten römer museum manching 6.2–7.11.2010. Schriften des kelten römer museums 3, Manching 2010.
  • (Hrsg.) Schülerschätze – Kostbarkeiten der Klasse 3c aus Oberstimm (Begleitheft zur Ausstellung Kelten-Römer-Museum Manching 21.3.–5.5.2013). Schriften des kelten römer Museums 7, Manching 2013.
  • Die Zeichen auf der Scheibe von Nebra und das altbronzezeitliche Symbolgut des Mitteldonau-Karpatenraumes. In: Harald Meller/François Bertemes: „Der Griff nach den Sternen“. Internationales Symposium in Halle (Saale) 16.–21. Februar 2005. Tagungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle 5 (Halle 2010), S. 439–486.
  • Aenigma – Der rätselhafte Code der Bronzezeit. „Brotlaibidole“ als Medium europäischer Kommunikation vor über 3500 Jahren. Mitteilungen der Freunde der Bayerischen Vorgeschichte 130, 2011, S. 2–15.
  • Boier zwischen Norditalien und dem Donauraum. In: M. Karwowski/V. Salač/S. Sievers (Hrsg.): Boier zwischen Realität und Fiktion. Český Krumlov/Krumau (14.–16.11.2013). Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 21 (Bonn 2015), S. 323–354.
  • Das goldene Antlitz des unbekannten Makedonenkönigs. Makedonen und Kelten am Ohrid-See – ein Zusammenprall der Kulturen? Katalog zur Ausstellung im kelten römer museum manching 24.7.–16.11.2014. Schriften des kelten römer museums manching 8, Manching 2017.

Einzelnachweise