Veneller


Karte mit Angabe des Stammesgebietes der Veneller

Die Veneller (lateinisch Venelli) waren ein keltischer Volksstamm. Mit den Venetern, Redonen und Osismer waren sie einer der keltischen Stämme, die seit der Bronzezeit an der Küste im Nordwesten Frankreichs ansässig waren. Sie besiedelten die Halbinsel Cotentin.

Die Veneller werden erstmals schriftlich von dem römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar in De Bello Gallico genannt, seinem Bericht über seine Kriege in Gallien. Sein Legat Publius Licinius Crassus unterwarf die Veneller im Jahr 57 v. Chr.[1] Doch schon im Folgejahr rebellierten sie unter ihrem Anführer Viridovix gegen die römische Herrschaft, erlitten aber gegen Quintus Titurius Sabinus eine vernichtende Niederlage.[2] 52 v. Chr. sandten sie dem von Caesar in Alesia eingeschlossenen Vercingetorix ein Hilfskontingent von mehreren Tausend Mann.[3] Nach der Eroberung durch das Römische Reich wurde das Stammesgebiet der Veneller Teil der Provinz Gallien. Es gehörte zu der von den Römern mit Aremorica bezeichneten nordwestlichen Küste Galliens.

Der bedeutendste Ort der Veneller vor der römischen Eroberung lag wohl etwa 17 km westlich des heutigen Carentan, welche letztere Stadt unter dem Namen Crociatonum in der römischen Kaiserzeit zunächst als neuer Hauptort der Veneller fungierte und in späterer Zeit in dieser Rolle durch Cosedia (heute Coutances) abgelöst wurde.[4]

Quellen

  • Gaius Iulius Caesar: De bello Gallico. Der Gallische Krieg. (übersetzt und herausgegeben von Marieluise Deißmann). Stuttgart 1980

Literatur

  • Michel Polfer: Venelli. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 12/2, Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-476-01487-8, Sp. 3–4 (Auszug online).
  • John Haywood: The Historical Atlas of the Celtic World. Thames & Hudson 2009.

Anmerkungen

  1. Caesar, De Bello Gallico 2, 34.
  2. Caesar, De Bello Gallico 3, 7; 3, 11; 3, 17.
  3. Caesar, De Bello Gallico 7, 75, 4; Plinius der Ältere, Naturalis historia 4, 107.
  4. Michel Polfer: Venelli. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 12/2, Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-476-01487-8, Sp. 4.

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