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Tiwi (Stamm)


Totempfähle an Grabstätten der Tiwis

Das Tiwi-Stamm der Aborigines lebt auf den Bathurst Island und Melville Island, die abgetrennt vom Festland Australiens etwa 100 Kilometer nördlich von Darwin liegen. Bathurst and Melville Island, die zusammen als Tiwi-Inseln bezeichnet werden, sind tropische Inseln auf denen 2500 Tiwis leben, die eine eigene Sprache sprechen.

Kultur

Kunst

Tiwi-Kunst und Tiwi-Sprache wurden durch das nahe gelegene Arnhem Land beeinflusst. Der Tiwi-Stamm entwickelte sich durch die etwa 100 Kilometer Distanz zum Festland zwar eigenständig in relativer Isolation, dennoch wurde durch den Einfluss der Kunst des Arnhem Landes die Tiwi-Kunst weitestgehend abstrakt und sie zeigt geometrischen Formenreichtum. Die Gemälde sind farbenfroh und kräftig gemustert. Neben einer Herstellung von Skulpturen aus Holz, findet seit etwa 1985 verstärkt Malerei auf Leinwand statt, aber auch auf Papier, ferner werden Siebdrucke, Keramiken und Batiken hergestellt.

Skulpturen von Vögeln und Tieren des Tiwis sind seit den 1930er Jahren berühmt. Neuerdings stellt der Tiwi Enrael Djubiyannas doppelseitige menschliche Skulpturen her, die sich auf die Traumzeit der Tiwi beziehen. Die doppelseitigen Figuren ruhen auf einem runden Sockel; haben einen knollenartigen Kopf und zwischen den Beinen und Füßen befindet sich eine geschlossene Öffnung[1]

Die Tiwi stellen Tragekörbe aus zusammengenähten Holz- und Rindenstücken, des Weiteren bemalte Speere sowie Trauerschleifen für Arme und Kopf her. Das Pamijini ist ein kreisförmiges Band mit federbesetzen Quasten als Kopfband.[2] Die Skulptur ist bei den Tiwi als Kunstform vorrangig, aber auch die Kunstdarstellungen auf Rindenplatten finden Kaufinteressenten. 1972 wurde das Handwerkszentrum Tiwi Pottery gegründet, das Töpferkunst herstellt.[3]

Es gibt drei bedeutsame Kunstzentren auf den Tiwi-Inseln: Munupi Arts and Crafts Association at Pirlangimpi und Jilamara Arts and Crafts at Milikapiti auf Melville Island, und auf Bathurst Island das Tiwi Design at Nguiu. Die Siedlung von Milikapiti mit einer Bevölkerung von 400 Personen hat etwa 40 Künstler, die im Jilamara Kunstzentrum arbeiten. Kitty Kantilla, Freda Warlapinni, Pedro Wonaeamirri, Leon Puruntatameri und Maryanne Mungatopi sind bekannte Künstler dieses Ortes. In Pirlangimpi mit dem Munupi-Kunstzentrum leben 300 Personen, davon sind die Künstler Reppie Orsto und Thecla Puruntatameri bekannt. Die Körpermalerei ist auf den Twi-Inseln seit Tausenden von Jahren verbreitet und sie dient als Anregung für künstlerische Gestaltungen für die Künstler der Tiwi, die heute vor allem Malereien, Textilien und Skulpturen für Kunstausstellungen in Australien und Übersee herstellen.

Tanz

Tanz ist ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens der Tiwi. Die Tiwis lernen den Tanz mit ihren Totems von ihrer Mutter, und die Tanzthemen wechseln nach Anlässen. Einige Tänze entstehen aber auch spontan und drücken die Emotionen der Tänzer aus oder sie entsprechen ihren Zeremonien. In den Tänzen und Gesängen der Tiwi finden sich auch die Erlebnisse des Zweiten Weltkriegs, wie die Bombenangriffe auf Darwin, wieder. Gesang ist stets mit ihrem Tanz verbunden und es werden laufend neue Songs beim Tanzen kreiiert, wobei sie dabei ihren Körper mit Ocker bemalen. Die Körperbemalungen finden sich als Muster auf ihren Kunstwerken wieder.

Jagd

Jede Siedlung führt ein Lebensmittelgeschäft, dennoch ist die Jagd, das Fischen und das Sammeln traditioneller Lebensmittel ein wichtiger Bestandteil des Lebens der Tiwi. Die Jagd und das Kochen der Jagdbeute ist weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der gelebten Kultur. Die Herstellung traditioneller Werkzeuge und Jagdwaffen in kultureller Tradition ist zurückgegangen und die Verwendung moderner Werkzeuge und Waffen tritt vermehrt in den Vordergrund.

Sprache

Die Tiwi-Sprache wird auf Melville und Bathurst Islands gesprochen und englisch in der Schule als Zweitsprache unterrichtet. Im Alltag wird Tiwi gesprochen und seit jüngster Zeit haben die jungen Tiwi, weil der Einfluss der westlichen Kultur groß ist, teilweise Schwierigkeiten die alte Sprachversion des Tiwi zu verstehen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wally Caruna: Die Kunst der Aborigines (deutsche Ausgabe). S. 88 f.. Thames & Hudson. London 1999. ISBN 0500-950-512
  2. Wally Caruna: Die Kunst der Aborigines. S. 87/88
  3. Wally Caruna: Die Kunst der Aborigines. S. 93

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