Terra-Sigillata-Museum
Terra Sigillata Museum.jpg
Das Terra-Sigillata-Museum in Rheinzabern
Daten
Ort Rheinzabern
Art
Archäologisches Museum, Keramik
Website
ISIL {{#property:P791}}

Das Terra-Sigillata-Museum in Rheinzabern (Rheinland-Pfalz) zeigt archäologische Funde aus dem wohl bedeutendsten Töpfereibetrieb der Römerzeit in Deutschland. Dabei handelt es sich vorwiegend um feinkeramisches Tischgeschirr, sogenannte Terra Sigillata, das in den Nordwestprovinzen des römischen Reichs hohen Absatz fand.

Rheinzaberner Terra Sigillata.

Lage

Das Museum befindet sich in der Hauptstraße 35 in der Nähe der Gemeindekirche Sankt Michael. Das Gebäude ist behindertengerecht mit einer Rampe und einem Fahrstuhl ausgestattet.

Ausstellung

Im Erdgeschoss des Museums wird die Ortsgeschichte Rheinzaberns dargestellt, Schwerpunkt liegt hier auf der Römerzeit und der Töpferwarenproduktion. Begünstigt durch Rohstoffvorkommen (Ton und Holz) und eine verkehrsgünstige Lage am Rhein und der römischen Rheinuferstraße, entwickelte sich der Ort Tabernae zu einem bedeutenden Produktionszentrum für Töpferwaren, vorwiegend sog. Terra Sigillata (der Begriff entstammt dem 19. Jahrhundert), aber auch andere Gebrauchs- und Feinkeramik sowie Ziegel wurden in Rheinzabern hergestellt. Verschiedene Ziegelstempel, die im EG ausgestellt werden, belegen die Nutzung der Rheinzaberner Ziegeleien durch die Legio I Adiutrix, die Legio IIII Macedonica, Legio VII Gemina, Legio XIIII Gemina, Legio XXI Rapax, Legio XXII Primigenia und zahlreiche spätrömische Einheiten. Ein kurzer Film erläutert die geschichtlichen Zusammenhänge. Fundstücke aus der Ortsgeschichte werden in den Vitrinen der dortigen Räume gezeigt.

Das 1. Obergeschoss ist der römischen Keramikproduktion gewidmet. Die Vielzahl der hergestellten Gefäße nimmt einen kompletten Raum ein. Durch die Herkunft der Funde, vorwiegend aus Ofenfunden und Töpfereiabfällen, ist die Erhaltung der Gefäße wesentlich besser, als das beispielsweise bei herkömmlichen Siedlungsfunden der Fall ist. Ein weiterer Raum erläutert die Produktionstechnik der Terra Sigillata. In der Raummitte wurde ein Ofen mit Befüllung rekonstruiert. Die Vitrinen zeigen Funde von Stempeln und Formschüsseln, um den Produktionsvorgang zu erläutern.

Im 2. Obergeschoss finden wechselnde Ausstellungen statt.

In der Faustinastraße befinden sich römische Brennöfen in das Gebäude eines Kindergartens integriert. Nach Anmeldung können diese bei Führungen besichtigt werden.

Literatur

  • Rüdiger Schulz, Walter Schellenberger: Museumskatalog Terra-Sigillata in Rheinzabern. Hrsg.: Terra-Sigillata-Museum Rheinzabern, Rheinzabern 1996, ISBN 3-9805231-1-X.
  • Helmut Bernhard: Rheinzabern, GER. In: Heinz Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. 3. Auflage. Neudruck Nikol, Hamburg 2005, S. 532–539, ISBN 978-3-933203-60-1.
  • Otto Roller: Die römischen Terra-Sigillata-Töpfereien von Rheinzabern. Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands (Schriften des Limesmuseums Aalen 1) (2. Auflage, Stuttgart 1969).

Weblinks

Commons: Terra-Sigillata-Museum – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Koordinaten: 49° 7′ 10,8″ N, 8° 16′ 40,2″ O

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.