Suhi II. war ein neo-hethitischer König von Karkemiš, der im 10. Jahrhundert v. Chr. regierte. Er ist aus fünf Inschriften bekannt, von denen jedoch nur eine substanzielle Informationen zu seiner Regierungszeit liefert. Karkemiš war ein Stadtstaat im Süden der heutigen Türkei, nahe der syrischen Grenze. Nach dem Fall des Hethiterreiches um 1200 v. Chr. entstanden diverse kleinere Nachfolgestaaten. Karkemiš war einer der bedeutendsten von ihnen. Suhi II. war der Sohn und Nachfolger des wenig bezeugten Königs Astuwalamanza. Anhand der Inschriften können verschiedene nacheinander regierende Herrscherfamilien unterschieden werden. Suhi II. gehörte der Suhi-Dynastie an, deren Gründer Suhi I., sein Großvater, war.

Eine Inschrift aus Karkemiš besteht aus sechs Zeilen in Luwischer Sprache und Schrift und befindet sich auf einen Orthostaten aus Kalkstein, der einst Teil einer langen Wand darstellte, die dekoriert war. Unter der Inschrift sind sechs Köpfe erhalten. Dahinter folgen 16 Hände, sowie ein Guillocheband. Der Block befindet sich heute im Museum für anatolische Zivilisationen. Es handelt sich um eine Bauinschrift, die aber auch historisch wichtige Informationen liefert. Die Inschrift war dem Wettergott Tarḫunz geweiht. Suhi II. berichtet von der Zerstörung der Stadt Alatahana und erwähnt auch die Stadt Hazauna. Beide Orte sind sonst nicht bezeugt. In der Inschrift wird auch die Gemahlin von Suhi II., mit Namen Wasuti (Transkription: BONUS-ti) erwähnt. Des Weiteren wird sein Sohn Halpasulupi genannt.[1] Eine weitere Inschrift des Herrschers ist ihr gewidmet: Ich Wasuti, die Frau des Landesherrn Suhi. Wo immer mein Ehemann seinen Namen ehrt, soll er auch meine in seiner Güte ehren. Der Text befindet sich auch auf einer Orthostatenplatte, die auch eine nackte Göttin zeigt.[2]

Eine dritte Inschrift, die in Kelekli gefunden wurde,[3] erwähnt eine geplante Heirat zwischen Suhis Tochter und einem König mit Namen Tudhaliya. Der letztere König ist aus keinen weiteren Quellen bekannt. Eine Inschrift seines Sohnes und Nachfolgers Katuwa benennt Suhi explizit als dessen Vater.[4]

Literatur

  • Trevor Bryce: The World of the Neo-Hittite Kingdoms: A Political and Military History. Oxford University Press: Oxford, New York 2012, ISBN 978-0-19-921872-1, S. 91
  • John David Hawkins: Inscriptions of the Iron Age (Corpus of Hieroglyphic Luwian Inscriptions), Berlin, New York 2000, ISBN 978-3-11-080420-1
  • Federico Giusfredi: Sources for a socio-economic history of the Neo-Hittite states. (= Texte der Hethiter, Heft 28.) Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5810-5.

Einzelnachweise

  1. Hawkins: Inscriptions of the Iron Age, S. 87–91, heute Museum für anatolische Zivilisationen, Nr. 10067
  2. Hawkins: Inscriptions of the Iron Age, S. 91–92, heute Museum für anatolische Zivilisationen, Nr. 10075
  3. Hawkins: Inscriptions of the Iron Age, S. 92–93, heute: Stele, Vorderasiatisches Museum, Berlin, Nr. VA 8477.
  4. Hawkins: Inscriptions of the Iron Age, S. 100–108, heute Museum für anatolische Zivilisationen, Nr. 113 und 99

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