Schahr-e Gholghola
Ort Bamiyan, Afghanistan
Blütezeit ca. 6. – 10. Jahrhundert als die Hauptsiedlung der Stadt Bamiyan
Baujahr der Festung ca. 10. Jahrhundert
Aufgegeben im 1221 n Ch. durch Belagerung Dschingis Khans
Koordinaten: 34° 49′ 35″ N, 67° 49′ 18″ O
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Afghanistan

Schahr-e Gholghola (auch Shahr-i Ghulghulah, persisch شهر غلغله, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Stadt des Aufruhrs‘) ist eine teilweise zerstörte islamische Festung, die sich in der Provinz Bamiyan im Zentrum Afghanistans befindet. Im Jahr 1221 verwüstete Dschingis Khan die Stadt völlig und tötete die Bewohner.[1] Vom 6. bis ins 10. Jahrhundert befand sich an der Stelle der heutigen zerstörten Festung die Hauptsiedlung der damaligen politisch, militärisch und wirtschaftlich bedeutenden Stadt Bamiyan.[2] Seit 2003 hat UNESCO die ganze Kulturlandschaft des Tals zum Weltkulturerbe erklärt.[3][4]

Geografie

Die Überreste der Festung aus dem 13. Jahrhundert liegen nahe der heutigen Stadt Bamiyan im Bamiyan-Tal auf einer Höhe von rund 2.400 Metern.[5] Von der heutigen Stadt Bamiyan ist sie etwa 20 Minuten Fußweg entfernt.

Geschichte

1220 war das Großreich der Choresm-Schahs im Norden dieses Ortes unter den Angriffen der Mongolen unter Dschingis Khan zerbrochen und Schah Muhammad II. auf der Flucht verstorben. Um das väterliche Erbe zu retten, war Muhammads ältester Sohn und Nachfolger Dschalal ad-Din aus Choresm nach Südosten geflohen.[6] Die Mongolen verfolgten ihn und kamen nach Bamiyan. Bamiyans damaliger Herrscher Jalaludin verteidigte die Festung zunächst, wurde jedoch von der eigenen Tochter verraten, die über die Wiederheirat ihres Vaters erbost war. Sie verriet den Belagerern einen geheimen Eingang in der Hoffnung, mit einer Verlobung mit dem mongolischen Herrscher belohnt zu werden.[7] Nach der vollständigen Zerstörung vergingen einige Jahrzehnte, bevor die Stadt wiederbesiedelt wurde.[8]

Im Bamiyan-Tal befanden sich bis zu ihrer Zerstörung durch die Taliban im März 2001[9] auch die kulturhistorisch wertvollen Buddhastatuen, die die Talibangruppen 1997 sprengen wollten. Obwohl Politik und Militär dies durch eine UN-Intervention zunächst abwenden konnten,[5] sprengten am 12. März 2001 Taliban-Freischärler auf Anordnung von Mullah Mohammed Omar die Statuen.[9]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. George C. Kohn: Dictionary of Wars. 1986, 3. Ausgabe New York, 2007. S. 55. ISBN 0-8160-6577-2.
  2. Cultural Landscape and Archaeological Remains of the Bamiyan Valley. abgerufen am 7. Januar 2015.
  3. World Heritage List, abgerufen am 5. Januar 2015.
  4. Committee Decisions 27 COM 8C.43, abgerufen am 5. Januar 2015.
  5. 5,0 5,1 David Curiel: Bamiyan Valley. 14. Mai 2009. Sacred Land Film Project, abgerufen am 5. Januar 2015.
  6. R. Ernest Dupuy, Trevor N. Dupuy: The Harpers Encyclopedia of Military History. Harper Collins Publishers, 1993, S. 366.
  7. Shahr-e Gholghola. Bamyian. Afghanistan. Lonely Planet, abgerufen am 5. Januar 2015
  8. X. de Planhol: Bāmīān – Abschnitt III.: Modern Town and District. Encyclopædia Iranica, 15. Dezember 1988, abgerufen am 4. Januar 2015.
  9. 9,0 9,1 Kosaku Maeda: The Mural Paintings of the Buddhas of Bamiyan: Description and Conservation Operations. In: Juliette van Krieken-Pieters (Hrsg.): Art and Archaeology of Afghanistan – Its Fall and Survival. Brill Academic Publishers, Leiden 2006, ISBN 978-90-04-15182-6 (Handbook of Oriental Studies. Section 8 Uralic & Central Asian Studies, Band 14), S. 143.