Pukará de Tilcara

Die Ruinen des Pukará de Tilcara

Staat Argentinien (AR)
Ort Tilcara
Entstehungszeit 1100
Burgentyp Wehrdorf
Erhaltungszustand Ruine
Geographische Lage 23° 35′ S, 65° 24′ WKoordinaten: 23° 35′ 19″ S, 65° 24′ 10″ W
Höhenlage 2450 m

Das Pucará de Tilcara ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten Nordargentiniens, entstanden aus der Fundstätte eines alten indianischen Wehrdorfes der Tilcara-Indianer. Es liegt an einem äußerst guten strategischen Punkt über der Schlucht Quebrada de Humahuaca an der sich die Inkastraße kreuzt. Es befindet sich in einer Höhe von 2450 m, einen Kilometer südlich der Stadt Tilcara auf einem Hügel 80 m über dem Río Grande in der Provinz Jujuy.

Vor der Besiedlung der Spanier war es einer der wichtigsten und bekanntesten Orte der Quebrada de Humahuaca mit einer Ausdehnung von 8 bis 15 Hektar und einem Alter von ungefähr 900 Jahren. Neben verschiedenen Wohnkomplexen gab es Gehege für Tiere einen Friedhof und einen Platz für verschiedene heilige Zeremonien.

Entdeckung und Rekonstruktion

Pucará de Tilcara 01.JPG

Entdeckt wurde es 1908 vom Ethnografen Juan Bautista Ambrosetti und seinem Schüler Salvador Debenedetti. In drei Sommern brachten sie mehr als 3.000 Fundstücke ans Tageslicht. Diese gaben Aufschluss auf die Lebensverhältnisse der Ureinwohner vor der spanischen Besiedelung.

Nach 1911 war die Idee von Debenedetti, die Ruinen zu rekonstruieren. Mit der Genehmigung von Ambrosetti (zu seiner Zeit Direktor des Etnografischen Museums der Universität Buenos Aires) wurden 2.000 m² des Geländes gesäubert und die Mauern bis zu einem Meter über der Erde rekonstruiert.

1929, nach dem Tod von Ambrosetti wurde Debenedetti Direktor des Museums und wollte die Restaurierung abschließen. Er führte eine erneute Erkundung des Ortes durch, diesmal mit seinem Schüler Eduardo Casanova. Durch seinen Tod im Jahr darauf wurde das Projekt gekürzt.

Im Jahre 1948 nahm Casanova das Vorhaben erneut auf und beendete die Rekonstruktion mit Hilfe der Universität Buenos Aires. Die Regierung der Provinz Jujuy spendete das Land mit der Auflage, dass ein archäologisches Museum entstehen soll. Diese Auflage wurde 1966 mit der Eröffnung des ersten Teils erfüllt. Zwei Jahre später wurde das Projekt vollendet. Neben dem Museum wurde ein botanischer Garten errichtet.

Museum Pucará de Tilcara

Das Museum besteht heute aus 10 Sälen, 3 davon für temporäre Ausstellungen, einer Bibliothek und dem administrativen Bereich. Die 7 dauerhaften Säle zeigen mehr als 5000 wertvolle historische Stücke aus verschiedenen Indianerkulturen. Eines der wertvollsten ist ein mumifizierter Körper, der sehr gut erhalten mit vollständiger Kleidung in der Atacama-Wüste gefunden wurde.

  • Saal 1 ist Argentinien und den angrenzenden Ländern Chile und Bolivien gewidmet. Dort ist unter anderem der mumifizierte Körper aus San Pedro de Atacama ausgestellt.
  • Saal 2 beschäftigt sich mit der Indianerkultur in Peru. Es wird Keramik der Nazca-, Mochica- und Chimú-Indianer gezeigt.
  • Saal 3 zeigt Stücke aus der Zeit vor der Ankunft der Spanier in Südamerika.
  • Die Säle 4 und 5 zeigen Stücke aus der Puna und Jujuy. Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist die Rekonstruktion eines Friedhofes der Aymara-Indianer.
  • Saal 6 zeigt Stücke aus Pucará/Tilcara.
  • Saal 7 zeigt weitere Stücke aus der Quebrada de Humahuaca.

Weblinks

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.