Principius war Mitte des 7. Jahrhunderts Bischof von Speyer und rangiert in der offiziellen Zählung als Nr. 4. Man nimmt allgemein den Regierungszeitraum von ca. 650–659 an.

Principius wird in der ältesten Speyerer Bischofsliste, die zwischen 1078 und 1088 in der Abtei Schäftlarn entstand, erst als 5. Bischof aufgeführt. Allerdings ist dort die Gruppe der ersten 8 Bischöfe unvollständig und in Unordnung.

Der Bischof regierte etwa ab 650 die Kirche von Speyer. König Sigibert III. († 656) bestätigt und bekräftigt in einer Urkunde die bereits durch seine Vorfahren erfolgte Schenkung des Zehnten im Speyergau, an die „Nemeterkirche (Speyer hieß auch Noviomagus Nemetum), wo der apostolische Mann Principius als Bischof wirkt“. In der Schenkungsurkunde nennt er überdies Bischof Principius seinen „Vater und Herrn“ und fügt die Ermahnung hinzu, dass bei Vermeidung göttlicher Strafe und königlicher Ungnade sich niemand unterfangen solle, die Stiftung auf andere Weise zu gebrauchen, als „zur Unterhaltung der Geistlichen und zur Verpflegung der Armen“.

Aus dem hohen Gunsterweis allgemein und aus der Bezeichnung „Vater und Herr“ lässt sich auf eine nähere Beziehung des Bischofs zum König schließen; möglicherweise war er zuvor sein Lehrer oder Erzieher.

Die Schenkung des Zehnten im gesamten Umland legte den Grundstock zur finanziellen Sicherung des Bistums für mehr als 1000 Jahre, bis zur Säkularisation.

Literatur

  • Sigmund Joseph Zimmern: Artikel Speyer; in: Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften, Band 11; Freiburg: Herder’sche Verlagsbuchhandlung, 1882–1903;
  • Jakob Baumann: Geschichte der Bischöfe von Speyer, "Der Pilger", Jahrgang 1906
  • Ludwig Stamer: Kirchengeschichte der Pfalz, Band 1, Speyer, 1936
  • Hans Ammerich: Das Bistum Speyer und seine Geschichte, Band 1: Von den Anfängen bis zum Ende der Salierzeit (1125); Kehl am Rhein 1998; ISBN 3-927095-36-2. S. 20.
  • Thieme/Sommer/Wolfe: "Das grosse Buch der Stile", Band 5, "Die Romanik", Reinhard Welz, Vermittler Verlag e.K. Mannheim, 2005, ISBN 3-938622-53-9, Scan des Kapitels zum frühen Christentum in Speyer

Weblinks

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Personenleiste“ ist nicht vorhanden.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.