Pipinsburg (Osterode)


Pipinsburg
p1
Burgentyp: Spornburg
Erhaltungszustand: Gräben, Wälle
Geographische Lage 51° 44′ 29″ N, 10° 12′ 53″ O51.74138888888910.214722222222242Koordinaten: 51° 44′ 29″ N, 10° 12′ 53″ O
Höhe: 242 m ü. NN
Pipinsburg (Niedersachsen)
Pipinsburg
Lageskizze von Carl Schuchhardt um 1916, Söse nachträglich blau eingefärbt

Die Pipinsburg (auch Pippinsburg) ist eine frühere Befestigungsanlage auf einem Bergsporn, der etwa vier Kilometer nordwestlich von Osterode am Harz in das Tal der Söse bei Förste vorspringt.

Beschreibung

Die Anlage ist eine der bedeutendsten vor- und frühgeschichtlichen Befestigungen Südniedersachsens im Harz. Die Felshänge des Sporns fallen steil in die Talniederung ab und bilden gegen Norden, Westen und Osten einen natürlichen Schutz. Die Ostflanke ist durch einen Steinbruch aufgerissen, wodurch wichtige Teile der Burg verlorengegangen sind. Das Plateau ist von einem Graben in Hufeneisenform umgeben, dessen beide Enden zur Söse hin ausmünden.

Geschichte

Archäologische Funde belegen, dass an dieser Stelle bereits während der frühen Bronzezeit eine Siedlung bestand.[1] Es wird vermutet, dass hier die Menschen lebten, die in der in drei Kilometer Entfernung liegenden Lichtensteinhöhle während der späten Bronzezeit bestattet wurden.

Die mittelalterliche Burg wurde 1134 erstmals urkundlich erwähnt und 1365 zerstört. Eine weitere Nennung, die eher unwahrscheinlichen Charakter besitzt, datiert auf das Jahr 1134 und erwähnt Ritter Werner von Berckefeldt, der auf der Pipinsburg wohnt und Kastellan in Windhausen war.[2] Das Adelsgeschlecht der Herrn von Berckefeldt betrachtete demnach sowohl die Burg Windhausen als auch die Pipinsburg als ihr Eigentum. Urkundlich bezeugte Heer- und Handelsstraßen liegen im Umkreis der Pipinsburg. Die Harzrandstraße, die „via regia" oder „Thüringer Straße" verläuft über Nordhausen, Scharzfeld und Osterode in Richtung Seesen-Hildesheim. Sie kreuzte in Osterode die „alte Harzstraße", die von Northeim über den Oberharz nach Goslar führte. Bis in das Jahr 1843 wurde vom Amt Osterode auf und neben der Burg der Rottzehnt eingezogen, das entsprechende Einzugsgebiet wurde damals Burggrund genannt.

Literatur

  • Uwe Ohainski und Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Osterode, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2000, ISBN 3-89534-370-6, S. 125-127
  • Klaus Gehmlich: Flurnamen im Landkreis Osterode am Harz, Band 4, M-Sp, Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld 2012, ISBN 978-3-86948-203-3, S. 93
  • Ernst Andreas Friedrich: Die Pipinsburg bei Osterode, S. 47-49, in: Wenn Steine reden könnten. Band I, Landbuch-Verlag, Hannover 1989, ISBN 3-7842-03973.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ina Begemann: Palynologische Untersuchungen zur Geschichte von Umwelt und Besiedlung im südwestlichen Harzvorland (unter Einbeziehung geochemischer Befunde), Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultäten der Georg-August-Universität zu Göttingen, Göttingen 2003, Seite 18, Weblink (pdf, 2890kB)
  2.  Georg Max: Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen. Erster Theil. Schmorl & v. Seefeld, Hannover 1862, S. 78.

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